Bern

Gerangel um das neue Hallenbad

BernDie Behörden prüfen, wie sich die geplante Schwimmhalle in die Sportanlagen des Neufelds integrieren liesse. Die Nutzer sind zu keinen Abstrichen bereit, um der Schwimmhalle zum Durchbruch zu verhelfen.

So soll es dereinst aussehen im neuen Uni-Sportzentrum Neufeld.

So soll es dereinst aussehen im neuen Uni-Sportzentrum Neufeld. Bild: zvg

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Das Mittelfeld gilt bei der Suche der Stadt Bern nach dem Standort für eine neue Schwimmhalle als Favorit. Weil auf dem Mittelfeld ohne Halle aber 40 zusätzliche Wohnungen geplant werden könnten, beauftragte das Stadtparlament im letzten September den Gemeinderat, in einer Machbarkeitsstudie auch den Standort Neufeld zu berücksichtigen.

Das Neufeld hat alle Vorteile des Mittelfelds: Anschluss an ÖV und Autobahn, Nähe zu Schulen, Gymer Neufeld und Sportzentrum der Universität. Das Neufeld hat aber auch einen Nachteil: Es ist im Gegensatz zum Mittelfeld keine grüne Wiese.

YB kennt die Planspiele

Das städtische Sportamt hat inzwischen eine Variante ausgeheckt, wie auf dem Neufeld mit einigen Verschiebungen freier Platz für eine Schwimmhalle geschaffen werden könnte. Bei der Stadtverwaltung liess sich dies gestern nicht überprüfen: Sportamtsleiter Christian Bigler ist in den Ferien, Sportministerin Franziska Teuscher (GB) und ihr Generalsekretär waren gestern für Fragen zum Neufeld nicht erreichbar.

Verschiedene Vertreter von Sportvereinen auf dem Neufeld bestätigen aber, kürzlich vom Sportamt kontaktiert worden zu sein. So sagt auch YB-Medienchef Albert Staudenmann: «Wir kennen die Planspiele der Behörden, einige der Sportplätze des Neufelds allenfalls zu verschieben.» Wenn Staudenmann den «notorischen Mangel an Fussballplätzen in Bern» anspricht, erübrigt sich indes die Anschlussfrage, ob der grösste Berner Sportverein auf dem Neufeld mit weniger Platz zurechtkäme.

FC Länggasse fürchtet um Platz

Ähnlich klingt es bei den Tennisspielern: «Wir haben keine grundsätzlichen Vorbehalte gegen eine Schwimmhalle im Neufeld», sagt Linard Vital, Präsident des Tennisclubs Neufeld. «Bei der Grösse unseres Areals und der Anzahl Tennisplätze beharren wir aber auf einer Besitzstandwahrung.» Bei Garderoben und Restauration signalisiert er Gesprächsbereitschaft: «In diesen Bereichen wären wir bereit, allfällige Synergien zu prüfen.»

Verlierer in den bisherigen Planspielen des Sportamts wäre offenbar der FC Länggasse. Der Verein, der zwei Naturrasen nutzt, droht einen Platz zu verlieren. «Wir müssten unseren 160 Junioren sagen, dass sie jetzt halt in den Schwimmclub gehen sollen», moniert Präsidentin Yasmin Hostettler. Weil sich die vielen Termine des Vereins auch auf einem Kunstrasen nicht organisieren liessen, kündigt Hostettler «extremen Widerstand» an, falls die Schwimmhalle auf Kosten ihres FC realisiert werden sollte.

Laut Michael Geissbühler, Experte für Sportanlagenbau, ist es «leider kaum möglich, auf dem Neufeld eine Schwimmhalle zu bauen, ohne anderen Sporttreibenden etwas wegzunehmen».

Obwohl auf dem Neufeld einiger Staub aufgewirbelt wird, bleibt es dabei: Favorit ist das Mittelfeld. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.04.2014, 07:22 Uhr

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