Genau so und nicht anders!

Die Broilers bringen am Samstag ihr neues Album «(sic!)» mit ins Berner Bierhübeli. Die deutsche Punkband nimmt in bekannter Manier kein Blatt vor den Mund und lässt sich von Kritik nicht beirren.

Hymnen mit politischer Botschaft: Broilers-Frontmann Sammy Amara, hier 2015 auf dem Gurten.

Hymnen mit politischer Botschaft: Broilers-Frontmann Sammy Amara, hier 2015 auf dem Gurten.

(Bild: Keystone)

Sic. Wer das lateinische Wort für «so» einer Aussage hintenanstellt, will damit sagen: Exakt so ist das eben Erwähnte gemeint – da bleibt null Interpretationsspielraum. Kein Zufall natürlich, dass die Broilers ihr neues, ­siebtes Studioalbum «(sic!)» ­nennen. Für Wischiwaschi-Blabla ist die deutsche Band nicht bekannt – sondern für Aussagen, die eben genau so und nicht anders gemeint sind. Mit Ausrufezeichen.

Der Albumtitel zeige auf, «dass gewisse Dinge thematisiert werden müssen und still am Rand stehen immer die schlechteste Option ist», sagt Sänger Sammy Amara. Und wendet sich gleich im Auftaktlied «Nur ein Land» gegen Nationalismus und Fremdenhass. «Dieses Sommermärchen ist vorbei», singt Amara über einer druckvollen, rasanten Rhythmusgruppe. Und dann erklingt einer dieser heftig hymnischen Refrains.

Lieber Katzenbilder

«Bitteres Manifest» macht genau dort weiter: Melodiös, aber auch laut und direkt und mit maximaler Wucht. Punkige Rockmusik für Arenen, nicht schummrige Clubs.

Ein erstes Durchatmen ermöglicht «Keine Hymnen heute» mit seinem ruhigen, akustischen Beginn. Dann treibt der Beat aber wieder vorwärts. Und dem Songtitel zum Trotz wird daraus doch wieder – genau – eine Hymne. Später sorgen die Düsseldorfer, die seit nahezu 25 Jahren im Business sind, mit Ska-Einflüssen («Gangster, Gangster») oder einem lüpfigen, mit Akkordeon und Bläserpower angereichertem Sound («Zu den Wurzeln») für Abwechslung. Und bleiben stets politisch: «Zivildienst und Bundeswehr – ich trug lieber den Müll raus als ein Gewehr», reimt Texter und Komponist Sammy Amara in «Die beste aller Zeiten». Und wettert in «Als das alles begann» gegen das Wegschauen, was darin gipfelt: «Wir haben’s in der Hand gehabt, das Wissen der Welt. Wir haben lieber Katzenbilder ins Netz gestellt.»

«Gemeckert wird eh»

In der Heimat ist «(sic!)» das zweite Nummer-1-Album der Broilers in Folge. Dass einige Punkpuristen angesichts des ­Erfolgs, der stadiontauglichen Songs oder der immer mal wieder eingestreuten «Oooh-oooh-oooh»-Chörli empört «Ausverkauf!» und «Mainstream!» heulen, ist für die Band nichts Neues.

«Gemeckert wird eh, egal, wie man es macht. Also kann man es sich auch leichtmachen und einfach das tun, was man möchte», lässt Sammy Amara verlauten. Und das setzen er und seine Mitstreiter mit jeder Menge Kraft und Leidenschaft um. Da gilt für das Album ebenso wie für das Konzert vom Samstag im Berner Bierhübeli: Weghören unmöglich. Sic!

Broilers:«(sic!)», Skull & PalmsRecordings/Limmat Records.Live: 25. 2. Bierhübeli Bern.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt