Gemeindpräsident Hegg huldigt dem Stollen

Lyss

Das Dorf ist in der Nacht auf Samstag einer Hochwasserkatastrophe entkommen – nur dank dem Lyssbachstollen, betonte Gemeindepräsident Andreas Hegg.

So friedlich wie auf diesem Archivbild sah es beim Einlaufbauwerk des Lyssbachstollens am Wochenende nicht aus – doch der Stollen meisterte die Bewährungsprobe.<p class='credit'>(Bild: Beat Mathys)</p>

So friedlich wie auf diesem Archivbild sah es beim Einlaufbauwerk des Lyssbachstollens am Wochenende nicht aus – doch der Stollen meisterte die Bewährungsprobe.

(Bild: Beat Mathys)

Es muss dringend wieder einmal gesagt sein: Der Lyssbachstollen war wohl die beste Investition für Lyss. 48,5 Millionen Franken für einen ruhigen Schlaf und ein sicheres Dorf. Nie mehr ein Hochwasser. Die traumatischen Erlebnisse vom Sommer 2007 in Lyss (mit Schäden von über 100 Millionen Franken) werden sich nicht wiederholen.

Am Montag hatte Gemeindepräsident Andreas Hegg allen Grund, dem Parlament eine Ode an den Stollen vorzutragen. Denn: In der Nacht auf vergangenen Samstag entkam Lyss einer Hochwasserkatastrophe. «Ohne den Stollen hätte es erneut ein riesiges Desaster und Schäden in Millionenhöhe gegeben», sagte Hegg. «Er ist eine der wichtigsten Investitionen von Lyss.»

Falsche Warnungen

Letztes Wochenende feierte Lyss sein Sommerfest, den Lyssbachmärit. Wetterwarnungen kündigten für Freitag gegen 23.30 Uhr starke Regenfälle an. Doch die kamen später. «Zwischen 4 und 5 Uhr morgens sprang der Stollen an», so Hegg, «und zwar zum zehnten Mal, seit er 2012 in Betrieb genommen wurde.»

Durch die heftigen Niederschläge liefen die Wasser aus dem gesamten Frienisberggebiet im Lyssbach zusammen: Die Wassermenge von über 40 Kubikmeter pro Sekunde hätte sämtliche Keller und Tiefgaragen überflutet.

Doch die Drosselblende im Einlaufbauwerk stellte sicher, dass nur noch rund 12 Kubikmeter Wasser pro Sekunde Richtung Dorf floss. Das restliche Wasser gelangte in den Stollen: Dieser führte in der Spitze 29 Kubikmeter Wasser, der Pegelstand war mit 1,7 Meter mannshoch. Hegg: «Diese Hochwassersituation vor Lyss mit Alarmstufe hoch war seit der Inbetriebnahme des Stollens noch nie registriert worden.»

Ohne Stollen hätte es wie vor neun Jahren wieder den Lyssbachmärit getroffen, sagte Andreas Hegg. «Doch dieses Mal wären die Auswirkungen viel schlimmer gewesen, weil das Fest zu diesem Zeitpunkt in vollem Gange war.» Simone Lippuner

Berner Zeitung

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