Gaffer beäugen Fahrende

Vechigen

Die Fahrenden in Vechigen kümmern sich nicht um Ab­machungen, die Ansässigen kommen auf Gafferfahrt ­vorbei: Das Wohnwagencamp zehrt an den Kräften von ­Behörden und Anwohnern.

Laut Walter Schilt (SVP), Gemeindepräsident von Vechigen, halten sich die Fahrenden nicht an die Abmachung (Symbolbild).

Laut Walter Schilt (SVP), Gemeindepräsident von Vechigen, halten sich die Fahrenden nicht an die Abmachung (Symbolbild).

(Bild: Tanja Lander)

Noch bis Samstag, dann ziehen die Fahrenden weg aus Vechigen. In einer zweiten Medienmitteilung zum Thema bekräftigen die Behörden erneut den Termin, den sie mit der Gruppe vereinbart haben. Vorletztes Wochenende haben die Fahrenden beim Dachs­hölzli ein Stück Land in ­Beschlag genommen – mit dem Segen des betroffenen Bauern. Allerdings war nur von zwei, drei Gespannen die Rede. Am Ende standen 30 und mittlerweile gar 36 Wohnwagen auf dem Feld.

«Sie halten sich nicht an die Abmachungen», stellte deshalb Gemeindepräsident Walter Schilt (SVP) am Dienstag hörbar entrüstet fest. Das gelte auch in anderen Bereichen, etwa wenn sie beim Ablaugen von Fensterläden auf die verlangte Abdeckung des Bodens verzichten würden. Schilt liess offen durchblicken, wiesehr das ständige Kontrollieren und Verhandeln an den Kräften zehrt. Sogar Anwohner, die zu Beginn den Fahrenden gegenüber keine Vorbehalte gehabt hätten, seien nun froh, wenn die Zeit mit ihnen am Samstag zu Ende gehe.

Zu einem Problem wurden allerdings auch die Einheimischen. In ihrer Mitteilung bitten die Behörden «die Bevölkerung der Region dringendst, auf Gafferfahrten zu verzichten». Sie würden eine zusätzliche Mehrbelastung darstellen und «die ohnehin schwierige Situation zusätzlich» erschweren. Darauf weist auch Fahrendenvertreter Andreas Geringer hin. Die Schaulustigen würden in Scharen mit ihren Au­tos anreisen und das Camp aufs Ausgiebigste beäugen – wie im Zoo. Sie seien für die Anwohner mittlerweile das fast grössere Problem als die Fahrenden selber.

skk

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