Bremgarten

Für die Musik öffnet er den Festsaal

BremgartenAn den Kulturtagen finden zwei Konzerte im Schloss Bremgarten statt. Besitzer Walter Bommeli stellt dafür den Barocksaal zur Verfügung. Einblick in sein Reich gewährt er nur zwei- bis dreimal pro Jahr.

Schlossherr im Barocksaal: Walter Bommeli öffnet an den Kulturtagen den Raum aus dem 18. Jahrhundert für zwei Konzerte.

Schlossherr im Barocksaal: Walter Bommeli öffnet an den Kulturtagen den Raum aus dem 18. Jahrhundert für zwei Konzerte. Bild: Susanne Keller

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Die Tür öffnet sich, und im Eingang steht der Schlossherr. Anzusehen ist ihm das nicht. Walter Bommeli (70), ein sportlicher Senior, grau melierte Haare und Bart, trägt graue Jeans und ein weisses Kurzarmhemd mit offenem Kragen. Das Schloss Bremgarten ist sein Reich, er ist der Besitzer. Bommeli wohnt seit 1998 dort, zuerst mit seiner Frau Susanne, die als Gemeindepräsidentin von Bremgarten und Grossrätin bekannt war. Als sie vor vier Jahren starb, blieb Walter Bommeli im Schloss.

Ruhig und abgeschieden

Einen schöneren Wohnsitz kann er sich nicht vorstellen. Das Gebäude über der Aare erinnert an Schlösser in Frankreich. Von dort hatten frühere Besitzer auch die Ideen, als sie die ehemalige Burg umbauten. Im Osten grenzt ein Park an die Schlossfassade, eine herrschaftliche Treppe führt hinauf zum Saal. Hinter dem Gebäude liegt ein Hof mit Grünfläche und Baum. Die Anlage ist von kaum einer Stelle her einsehbar. «Die Abgeschiedenheit und die Ruhe gefallen mir, niemand stört mich», sagt Bommeli. Und dennoch sei er in wenigen Minuten in der Stadt.

Am nächsten Wochenende ist es vorbei mit der Ruhe. Im Rahmen der Kulturtage Bremgarten finden zwei Konzerte statt, zudem wird ein Apéro serviert. Im Festsaal spielen ein Barockensemble, später ein Jazz- und Klassikquartett. Walter Bommeli stellt den Organisierenden den Raum zur Verfügung – kostenlos. Er sei nicht an Kommerz interessiert, sagt der ehemalige Besitzer einer Biotechfirma. Schlossräume vermieten will er nicht. «Ich wohne schliesslich hier», begründet er.

Nur zwei- bis dreimal im Jahr lässt er Aussenstehende ins Schloss, zum Beispiel am Neuzuzügeranlass von Bremgarten. «Die Leute erhalten einen Einblick und sehen, dass es hier nichts Geheimes gibt.» Doch Bommeli gesteht, dass Anlässe immer «ein wenig belastend» seien. Es gebe Umtriebe und: «Ich kann dann nicht tun und lassen, was ich will.»

Für einmal Besucher im Saal

Walter Bommeli schreitet durch eine hohe Tür und bittet, in den Barocksaal einzutreten. Der gegen zehn Meter hohe Raum ist ein eindrückliches Zeugnis des 18.Jahrhunderts: Kunstvolles Eichenparkett bildet den Boden. Die Decke ist mit Stuckaturen geschmückt, dazwischen sind Zierrahmen mit Bildern – sogenannte Kartuschen – angebracht. Ein mit Marmor gefasstes Cheminée fehlt nicht.

Hohe Türen scheinen in weitere Räume zu führen. Der Eindruck täuscht: Statt Scheiben füllen Spiegel die Holzrahmen. Bommeli ist stolz auf seinen Saal: «Es ist ein Kultur- und Kunstdenkmal erster Güte.» Dass er auch zum Wohnen benutzt wird, beweisen die Ledersessel mit Tischchen sowie die vier hohen Lautsprecher in den Ecken. Eine besondere Note in den Raum bringt zudem die Palme am Fenster, deren Blätter fast bis zur Decke reichen.

Fühlt sich Walter Bommeli nicht einsam in den historischen Räumen? Er schüttelt den Kopf. «Ich kann Gäste einladen, habe oft auch meine Familie hier zu Besuch.» Private Feiern oder Treffen finden ohnehin statt. Und wenn es den Schlossherrn hinauszieht, frönt er seinen Hobbys: Er reitet oder steigt in ein Kleinflugzeug und fliegt in die Ferne. (Berner Zeitung)

Erstellt: 30.06.2015, 08:38 Uhr

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