Frösche und Kröten wandern zu früh

Ein Drittel hat die jährliche Wanderung schon hinter sich: In Der Region Bern zogen viele Amphibien zu ihren Laichgewässern, bevor die schützenden Zäune standen.

In der Region Bern habe ein Drittel der Amphibien ihr Laichgewässer schon erreicht. Und das jetzt, Anfang März, wenn die Wanderung üblicherweise erst richtig losgehe.

In der Region Bern habe ein Drittel der Amphibien ihr Laichgewässer schon erreicht. Und das jetzt, Anfang März, wenn die Wanderung üblicherweise erst richtig losgehe. Bild: Adriana Bella

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In Scharen wanderten die Frösche und Kröten über die Strasse. Er gebe sich Mühe, möglichst wenige zu überfahren, sagte der Chauffeur, der an diesem Abend das Postauto von Gerzensee nach Mühledorf steuerte. Das regnerische Wetter und die milden Temperaturen hatten alle überrascht: Der Zaun, der am Fuss des Belpbergs jeweils im Frühling zum Schutz der Amphibien aufgestellt wird, stand noch nicht.

Die Tiere sind nach den vergangenen Wochen mit ihrer aus­serordentlichen Wärme halt sehr früh dran. Sarah Althaus, Fachfrau in der regionalen Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz stellt es fest, und sie un­termauert den Satz mit einer Grössenangabe: In der Region Bern habe ein Drittel der Amphibien ihr Laichgewässer schon erreicht. Und das jetzt, Anfang März, wenn die Wanderung üblicherweise erst richtig losgehe.

Ob das den Beständen schadet, kann Althaus nicht abschliessend beurteilen. Nicht allein des plötzlichen Wintereinbruchs wegen, der in der zu Ende gehenden Woche Kälte mit Schnee bis in die Niederungen gebracht hat: Bei solchen Temperaturschwankungen zögen sich die Amphibien in ein schützendes Versteck zurück, so die Biologin. Eine genauso wichtige Rolle spiele auch, dass die Frösche und Kröten bei zu hohen Wintertemperaturen zu lange aktiv blieben. Die Erfahrung zeige, dass die Bestände im Jahr darauf jeweils kleiner seien – ob ein direkter Zusammenhang bestehe, sei schwierig abschliessend zu beurteilen.

Der Froschzaun an der Strasse von Gerzensee nach Mühledorf steht inzwischen. Er wurde genau an dem Tag aufgestellt, an dem es wieder schneite. (Berner Zeitung)

Erstellt: 05.03.2016, 08:04 Uhr

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