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Frauendemo gegen das Patriarchat zog durch Bern

BernAm Samstagabend zog eine unbewilligte Demonstration von Frauen gegen das Patriarchat durch die Berner Innenstadt. Tram und Busse standen zeitweise still.

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Am Samstagabend um 21 Uhr versammelten sich auf dem Berner Münsterplatz bei Nieselregen und erstmalig winterlichen Temperaturen ausschliesslich Frauen zu einer Kundgebung unter dem Motto «Gemeinsam gegen Patriarchat, Kapitalismus, Rassismus und Staat».

Um 21.45 Uhr zogen die gut 100 Frauen los, wie ein Reporter vor Ort berichtet. Auf ihrem fast zweistündigen Marsch durch die Innenstadt via Münstergasse, Marktgasse, Spitalgasse bis zum Bahnhofsplatz und von dort via Neuengasse und Aarbergergasse zur Reitschule, machten sie immer mal wieder Halt, um ihre Ansichten zu propagieren.

Die Frauen zogen von der Altstadt via Bahnhofplatz zur Reitschule. Video: Jürg Spori

Polizei verhindert Aufeinandertreffen mit männlichen YB-Fans

Wegen der Demonstration lag der öffentliche Verkehr zwischen Zytglogge und Bahnhof zwischenzeitlich lahm, so dass viele Passagieren zu Fuss weiter gehen mussten, so der Reporter vort Ort. In der Aarbergergasse konnte die Polizei ein Aufeinandertreffen von männlichen YB-Fans, die gerade vom Spiel YB gegen den FC Sion im Stade de Suisse kamen, und den demonstrierenden Frauen verhindern. Ansonsten lief die Kundgebung, die unbewilligt war, friedlich ab.

Aufgerufen zur Demonstration hatte das Infoportal Barrikade. Als Anlass für den Aufruf nennen die Organisatoren Vorfälle wie etwa die Prügelattacke auf fünf Frauen in Genf oder die sexuelle Belästigung durch Fussballfans am Altenbergsteg in Bern vor dem Spiel Zagreb gegen YB.

Der öffentliche Verkehr in der Berner Innenstadt lag zwischenzeitlich lahm. Video: Jürg Spori

Der Grund für die Verschärfung des Antifeminismus ist laut den Organisatoren der politische Rechtsrutsch. In ihrem Schreiben betonen sie, dass der bürgerliche Feminismus in den vergangen Jahren zwar vieles bewirkt habe, jedoch vor allem, was die Karrierechancen von Frauen anbelange. Die Struktur der Machtverhältnisse sei jedoch unverändert geblieben. «Die Haushaltsführung und die Kindererziehung blieb beispielsweise weiterhin Frauenarbeit.»

Keine Männer erwünscht

Das Ziel der queerfeministischen Bewegung, an der sich Organisatoren orientieren, sei eine «Welt, in der alle Lebewesen frei sind und Kategorien aufgrund des biologischen oder sozialen Geschlechts keine Rolle spielen».

Aus diesem Grund sind an der Demonstration keine sogenannten «Cis-Männer» erwünscht. Unter Cis-Menschen seien jene zu verstehen, die sich mit dem bei der Geburt zugewiesenem Geschlecht identifizieren würden.

Diejenigen Personen, die aus diesem Grund von der Demo ausgeschlossen sind, die Ansichten der Kundgebung jedoch teilen, dürfen sich dennoch einbringen und die solidarische Mitbeteiligung unterstützen, wie es in einem zweiten Schreiben heisst. Diese wird es in Form einer veganen Küche für alle vor der Reitschule, einem Infostand und einer Krippe für Kinderbetreuung geben.

Die unbewilligte Kundgebung lief friedlich ab. Video: Jürg Spori (Berner Zeitung)

Erstellt: 27.10.2018, 23:22 Uhr

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