Frauen-Pissoir: Kein leichtes Unterfangen

Der Anblick ist ungewohnt: Im Frauenpissoir «Peeasy» stehen Frauen nebeneinander und pinkeln. Wer das noch nie gesehen hat, der wird sich die Augen reiben. Und es ist machbar als Frau im Stehen zu pinkeln. Ein Blick ins «Peeasy».

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Seit einigen Jahren hilft das Peeasy, das Pissoir für Frauen, massgeblich die Wartezeiten an den herkömmlichen Toiletten zu verbessern. Auf dem Peeasy gibt es selten Wartezeiten. Muss man warten, so ist der Grund eher, weil jemand einen Lachkrampf kriegt, weil sie nicht pinkeln kann.

Auf dem Urinal für die Frau herrschte Samstagabend Hochbetrieb. Auch die drei Freundinnen Danielle, Chan und Carmelle waren da und haben es geschafft. Danielle meint: «Ich wollte schon immer mal im Stehen pinkeln. Es ist einfach geil.» Andere Frauen widerum kehren mit vollen Blasen aus dem Urinal zurück. So zum Beispiel Jasi aus Zürich: «Ich konnte mich einfach nicht entspannen.»

Seit dem Jahr 2000 gibt es das Pissoir für die Frau am Gurten. Auch am St. Gallen Openair war es während zwei Jahren zu finden. Rolf Stihl, der Leiter Promotion, sagt auf Anfrage, dass am «Güsche» bis am Sonntagabend 20'000 Einzelstücke abgegeben und 200-300 5er-Packete verkauft werden.

«Das Peeasy ist nicht nur ein Gag. Wir müssen das Wasser auf den Gurten hochpumpen und sind daher froh, wenn die Frauen das Pissoir benutzen. Sonst würden wir irgendwann ein Wasserproblem bekommen», sagt Stihl weiter.

Weshalb es für viele Frauen schwierig ist, so zu pinkeln, erklärt Stihl sich damit, dass es sehr ungewohnt für Frauen ist, plötzlich neben anderen zu stehen und nicht in einer Kabine. Es gebe ja auch Männer, die nicht können, wenn sie nicht alleine sind. «Wir haben aber auch grosse Fans. Zwei haben am Donnerstag sogar vor dem Peeasy gewartet.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.07.2011, 09:10 Uhr

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Doch wie funktioniert es?

Beim Eingang bekommt man ein Kartontrichter P-Mate, den die hollandischen Firma P-Company produziert. Der Trichter ist noch zusammengefaltet, nach dem Öffnen klemmt man sich ihn einfach zwischen die Beine und los gehts. Das Unterfangen ist nicht immer leicht, doch ein Versuch ist es allemal Wert.

Vermeidet man einige verheerende Fehler, steigt die Erfolgsquote. Fehler Nr. 1: Frau muss nicht so dringend. Dann ist es schwierig. Fehler Nr. 2: Lachen. Lacht man, so kann man bestimmt nicht anfangen zu pinkeln. Fehler Nr. 3: Peinlichkeit. Da stehen sechs Frauen im Pissoir, alle sind peinlich berührt und niemand kann sich entspannen. Irgendwann macht man dann den Fehler Nummer zwei. Fehler Nr. 4: Den Trichter nach hinten neigen oder verbiegen. So sind nasse Hosen sicher. Fehler Nr. 5: Aufgeben und bei den normalen Toiletten eine halbe Stunde anstehen.

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