Belp

Flughafen-Aktionäre sagen Ja zum neuen Namen

BelpDie Destination Bern-Belp verschwindet von der Flughafenkarte. Nur ein einziger Kleinaktionär hat sich gegen die Namensänderung zu «Bern Airport» gestellt. An der Aktionärsversammlung wurde zudem das Kapital um bis zu 10 Millionen Franken erhöht.

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Ein klein wenig hat ihn das schlechte Gewissen vielleicht doch geplagt. Jedenfalls bemühte sich der neue Flughafenpräsident Beat Brechbühl am Donnerstagabend an seiner ersten Aktionärsversammlung mit viel Charme um die Gunst der Belperinnen und Belper im Saal.

Nach einer verbalen Liebeserklärung an die Standortgemeinde des Flughafens liess Brechbühl Belperknollen servieren. Ein Käse vom Präsidenten als Wiedergutmachung dafür, dass in seinem ersten Amtsjahr die Gemeinde Belp aus dem Namen des Flughafens gestrichen wurde. Den Aktionären jedenfalls gefiel die Menükarte. Sie genehmigten den Namenswechsel mit nur einer Gegenstimme.

«Büne Huber singt von Belp»

Diese Gegenstimme kam von Fred Kaufmann, einem Kleinaktionär aus Belp. Er hatte den Antrag gestellt, das Wort Belp müsse weiterhin im Namen des Flughafens vorkommen. «Wir haben 90 Prozent des Lärms und 90 Prozent des Verkehrs in unserer Gemeinde», sagte er. Zudem würde ein neues Logo unnötig Geld verschlingen. Und natürlich erwähnte Fred Kaufmann auch Büne Huber, den Sänger von Patent Ochsner, und dessen Hit «Bälpmoos» aus den 90er-Jahren. «Büne Huber singt von Belp – und nicht von Bern», sagte er. Die Namensänderung betrifft auch die bisherige «Alpar, Flug- und Flugplatz-Gesellschaft AG Bern». Diese heisst neu «Flughafen Bern AG».

Die Piste wird saniert

Nach der Namensänderung ging es um Geld. Der Verwaltungsrat braucht bis zu 10 Millionen Franken dafür, «die Weichen so zu stellen, dass wir auch in zehn Jahren noch gut unterwegs sind» (Beat Brechbühl). Zum einen wäre da die Piste, auf der die Flieger starten und landen. Diese wurde im Jahr 1959 erstellt. Nun muss sie für 8 Millionen Franken saniert werden. «Die Piste wird weder verlängert noch verbreitert, sondern genau so, wie sie ist, saniert», sagte Flughafenpräsident Beat Brechbühl. Er beendete diese Aussage nach einer kurzen Sprechpause mit dem Wort «leider».

So drückte er seinen Wunsch nach einer längeren Flughafenpiste aus, der im Kanton Bern bekämpft wird. Die Aktionäre bewilligten schliesslich die genehmigte Kapitalerhöhung von 5 Millionen Franken zur Pistensanierung. Den Restbetrag will Brechbühl aus selbst erwirtschafteten Mitteln der «Flughafen Bern AG» begleichen.

Neue Investoren anlocken

Zum anderen verlangte der Verwaltungsrat nochmals 5 Millionen Franken für eine bedingte Kapitalerhöhung. Dieses Geld ist für Vorinvestitionen zugunsten der vierten Bauetappe im Süden gedacht. Damit soll der Bodenverkehr entflechtet und 27000 Quadratmeter Abstellflächen sowie neue Hangars und Hochbauten erstellt werden. Damit will der Flughafen neue Investoren sowie das Gewerbe anlocken und die Wertschöpfung für die Region erhöhen. Damit Belp mehr vom Flughafen hat als bloss 90 Prozent des Lärms und des Verkehrs. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.06.2014, 06:52 Uhr

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