Flüchtlinge dürfen in die alte Kaserne

Bern

Statthalter Christoph Lerch bewilligt die Zwischennutzung der alten Feuerwehrkaserne als Asylunterkunft. Die Unterkunft könnte somit Anfang September eröffnet werden.

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Christoph Hämmann

Die ersten Zwischennutzungen in der alten Feuerwehrkaserne am Berner Viktoriaplatz sind angelaufen. Zu den Provisorien, die noch auf eine Bewilligung warten, gehörte bis gestern die befristete Nutzung eines Gebäudeteils als Asylunterkunft. Im letzten Dezember hatte die Stadt dafür ein Baugesuch eingereicht. Gegen die Idee, dem Kanton hundert oberirdische Plätze für Asylsuchende anzubieten, gingen aber Einsprachen ein.

Am Mittwoch teilte Regierungsstatthalter Christoph Lerch mit, dass er diese Einsprachen abweist. Das Baugesuch entspreche den Vorschriften, schrieb er. Eine Asylunterkunft sei «eine dem Wohnen gleichgestellte Nutzung» und deshalb zonenkonform. Die von den Einsprechern geltend gemachte Einschränkung der Lebensqualität wegen Lärm- und Geruchsimmissionen sowie Kriminalität lässt Lerch nicht gelten.

Bei einer zonenkonformen Nutzung seien damit verbundene Immissionen im gesetzlichen Rahmen zu dulden. Und es sei nicht von vornherein davon auszugehen, dass die Lärmgrenzwerte nicht eingehalten würden, die Betreiberschaft sei sich der Problematik bewusst. Bei der Kriminalitätsrate erwarte er keinen Anstieg. Kurz: «Der befristeten Nutzung als Asylunterkunft steht nichts im Weg.»

Ball liegt nun beim Kanton

Die privaten Einsprecher haben dreissig Tage Zeit, Lerchs Entscheid an die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) weiterzuziehen. Sie hoffe, dass die Einsprecher darauf verzichteten, sagte Gemeinderätin Franziska Teuscher (GB) gestern. Der Entscheid sei «gut für die Asylsuchenden, für die Stadt und für den Kanton», so Teuscher. «Persönlich hoffe ich, dass wir damit der Schliessung der unterirdischen Asylunterkunft im Hochfeld einen grossen Schritt näher gekommen sind.»

Laut Teuschers Informationen dauert es rund sechs Wochen, die Unterkunft bezugsfertig herzurichten. Der Ball liege nun beim Kanton. «Meiner Ansicht nach kann und sollte er jetzt umgehend die notwendigen Arbeiten an die Hand nehmen.» Werde das Projekt mit hoher Priorität behandelt, sollte die Unterkunft laut Teuscher Anfang September eröffnet werden können.

Berner Zeitung

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