Bern

Feuerwehrkaserne: «Das Interesse ist riesig»

BernDer Dialog Nordquartier koordiniert die Zwischennutzung der alten Feuerwehrkaserne. Als Nächstes will die Quartierkommission erreichen, dass sie bei der Nutzung danach mitreden darf.

Die alte Feuerwehrkaserne im Berner Breitenrain.

Die alte Feuerwehrkaserne im Berner Breitenrain. Bild: Beat Mathys

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Vor zwei Monaten musste Manfred Leibundgut kämpfen, damit die Quartierbevölkerung über die Zukunft der Feuerwehrkaserne mitbestimmen darf. Heute kann der Co-Präsident der Quartierkommission Dialog Nordquartier die Ideen studieren, die bereits um die Kaserne gesponnen wurden. «Das Interesse ist riesig», sagt Leibundgut. «Ich versuche derzeit, mir einen Überblick zu verschaffen.»

Ende Jahr verlässt die Feuerwehr die Kaserne an der Viktoriastrasse. Rund drei Jahre soll sie zwischengenutzt werden. Kürzlich informierte die Stadt, dass sie dem Kanton einen Teil des Gebäudes als Unterkunft für rund hundert Asylsuchende zur Verfügung stellen will. Weitere Flächen werden die städtischen Schul- und Sportämter sowie der Gesundheitsdienst zwischennutzen. Im Erdgeschoss und im 1. und 2.UG solle der Dialog Nordquartier auf einer Fläche von 1700 Quadratmetern «eine quartiernahe Verwendung» organisieren.

Arbeitstitel «Leuchtturm»

Am Wochenende trafen sich an einer Dialog-Veranstaltung rund achtzig Interessierte, viele füllten ein Formular aus: Ja, ich bin interessiert an einer Vereinsgründung. Ja, ich melde eine Zwischennutzung an. Seither gehen bei Leibundgut jeden Tag Ideen ein. Am übernächsten Donnerstag soll ein Verein gegründet werden, Arbeitstitel «Leuchtturm». Man habe immer davon gesprochen, ein Leuchtturmprojekt realisieren zu wollen, sagt Leibundgut.

Eine Kerngruppe soll den Verein nach dessen Gründung zusammenhalten. «Auf die Mitglieder der Kerngruppe wird viel Arbeit zukommen.» Als Erstes werden sie die Vereinsgründung vorbereiten. «Danach wird sich die Gruppe Gedanken über die Kriterien machen, die für die Bewerbungen für Zwischennutzungen gelten sollen.» Eins sei angesichts der vielen Interessenten jetzt schon klar: «Es wird sicher Enttäuschte geben.» Für ein Gastroangebot etwa gibt es zahlreiche Bewerber. «Von alkoholfrei über spanisch, panafrikanisch und bio bis zu vegan ist alles dabei.»

Wer definiert Nutzungskonzept?

Leibundgut ist froh, dass sich die Stadt bewegt hat. Zur Deblockierung des Kontakts zwischen Stadt und Quartier hat offenbar auch die Asylproblematik beigetragen. «Irgendwann merkten die Behörden, dass sie mit uns reden müssen.»

Die nächste Deblockierung fordert der Dialog Nordquartier beim Wettbewerb über die Nutzung des Areals nach der Zwischennutzung, den die Stadt im nächsten Frühling starten will. «Da wollen wir uns ganz stark einmischen.» Mit zwei Sitzen in der Jury sei es nicht getan. «Wir verlangen, dass das Quartier bei einem Nutzungskonzept mitreden kann, das dem Wettbewerb Leitplanken setzt.» Genau dasselbe verlangt ein dringlicher Vorstoss der SP. (Berner Zeitung)

Erstellt: 06.11.2014, 12:03 Uhr

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