Ferien ahoi: Berner Störche ausgeflogen

Die Berner Stadt-Störche sind ausgeflogen. Die Webcam-Bilder des verwaisten Nestes legen die Vermutung nahe, dass die dreiköpfige Familie zum alljährlichen Ausflug in den Süden aufgebrochen ist.

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Die dreiköpfige Berner Storchenfamilie, die ihr gemütliches Zuhause an der Papiermühlestrasse eingerichtet hat, ist weg. Die Webcam, welche die Störche im Auge, beziehungsweise in der Linse hatte, liefert seit dem Morgen des 20. Juli nur noch Bilder eines verwaisten Nestes, wie der «Bund» berichtet.

Ausflug Richtung Süden

Was ist geschehen? Kein Grund zur Panik, meint Storchenspezialist Tobias Salathe gegenüber dem «Bund». Die Störche würden Ende Juli jeweils aufbrechen, dies sei ein durchaus normales Verhalten für Störche. Der Jungstorch, der seit Beginn des Frühlings das irdische Dasein geniesst, sei bereits früher ausgeflogen. Während das Elternpaar im nächsten Frühjahr wieder in ihr überwachtes Nest in der Berner Innenstadt zurückkehren dürfte, dauere es beim jungen Tier länger - bis zu vier Jahren könnte der Jungspund im Ausland verweilen.

Wo das Ziel der Reise denn genau läge? Salathe mutmasst, dass sich die Störche eventuell nach Avenches begeben haben, wo weitere Storchenbruten lägen und Gruppen für die weitere Reise in den Süden gebildet würden. Von da aus könne ein gut und gerne einwöchiger Flug nach Gibraltar oder Nordafrika beginnen. Nur einige wenige Artgenossen der hartgesottenen Art überwintern indessen in der Schweiz.

Einzigartige Überwachungsaktion

Nachdem die Störche der Stadt Bern mehr als ein halbes Jahrhundert lang ferngeblieben sind, haben sie sich im letzten Jahr erstmals wieder sesshaft gemacht. Die Stadt Bern hat sich deshalb im Winter in einer schweizweit einzigartigen Aktion zur Überwachung der Vögel, deren Flügelspannweite bis 220 Zentimeter betragen würden, entschieden.

(jaw)

Erstellt: 25.07.2017, 15:26 Uhr

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