Feinstaub-Rekord am 1. August

Bern

Buntes Leuchten, lautes Knallen, viele Ahs und Ohs. Das ist leider nicht alles, was Feuerwerk mit sich bringt. Am 1. August werden die Grenzwerte für Feinstaub regelmässig um das Zehnfache überschritten.

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Ralph Heiniger

Fast jedes Jahr schnellen die Feinstaubwerte am 1.August drastisch in die Höhe. Dennoch gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Spitzenwerten, wenn man mehrere Jahre miteinander vergleicht. «Das Wetter spielt dabei eine entscheidende Rolle», erklärt Ralf Maibusch, Leiter Stadtlabor Bern. «Durch Regen oder Wind wird der Feinstaub verteilt oder quasi aus der Luft gewaschen.»

In einer trockenen, windstillen Nacht dauert es länger, bis sich der Feinstaub wieder verflüchtigt. Aber auch bei ungünstigen Wetterbedingungen dauert es in der Regel nicht länger als bis zum frühen nächsten Morgen, bis sich die Werte wieder bei einem normalen Durchschnitt einpendeln.

1700 Tonnen Feuerwerk

Im ganzen Jahr werden laut dem Bundesamt für Umwelt etwa 1700 Tonnen Feuerwerk abgebrannt. 400 Tonnen davon sind pyrotechnische Feuerwerkssätze. Diese enthalten neben Schwarzpulver auch Metallverbindungen, die für das farbige Leuchten bei der Explosion verantwortlich sind. Insgesamt werden durch Feuerwerk in der Schweiz jährlich rund 300 Tonnen Feinstaub emittiert. Der Löwenanteil davon am 1.August, innerhalb von wenigen Stunden.

Zum Vergleich: Laut dem Verband des Strassenverkehrs entsprechen 300 Tonnen Feinstaub der Menge, welche in der Schweiz sämtliche Dieselmotoren von Autos, Traktoren, Baumaschinen, Bussen, Liefer- und Lastwagen innerhalb eines Monats ausstossen.

Verhältnismässigkeit wahren

Aus Sicht des Amts für Umwelt ist jede Emission, die vermieden werden kann, zu begrüssen. Dennoch gelte es im Zusammenhang mit dem 1.August die Verhältnismässigkeit zu wahren. «Im Monatsmittel sieht man ein solches Ereignis – das ja auf wenige Stunden beschränkt ist – kaum», sagt Ralf Maibusch. «Unser alltägliches Verhalten ist diesbezüglich viel relevanter als ein einzelner, extremer Abend.»

Einschränkungen gibts dagegen beim 1.-August-Feuer. Nur naturbelassenes, unbehandeltes und trockenes Holz darf abgebrannt werden. Wer Restholz, Altholz oder Holzabfälle verbrennt macht sich strafbar – auch am 1.August. Wichtig im Alltag ist es, das Feuer jeweils von oben – anstatt von unten – anzuzünden. Das Anfeuermodul für Schwedenöfen und Cheminées gehört ganz oben auf den Holzstapel. Dann wird wesentlich weniger Feinstaub emittiert. «Wenn das Feuer einmal brennt, sieht man keinen Unterschied, wie es angezündet worden ist», sagt Maibusch. Es gibt also keinen Grund, nicht die umweltfreundliche Variante zu wählen.

Aktuellen Daten über die Luftbelastung in der Stadt Bern finden Sie hier.

Berner Zeitung

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