Rubigen

Feier für die Kirche, die eine Scheune war

RubigenGebaut wurde die Kirche Kleinhöchstetten 700 nach Christus. Lange war sie eine Scheune, bis sie vor 50 Jahren restauriert wurde. Das wird gefeiert.

Das Kirchlein Kleinhöchstetten  mit Pfarrer Christoph Beutler (links) und dem ehemaligen Kirchgemeindepräsidenten Martin Hasler, der die Geschichte des Gebäudes erforscht hat.

Das Kirchlein Kleinhöchstetten mit Pfarrer Christoph Beutler (links) und dem ehemaligen Kirchgemeindepräsidenten Martin Hasler, der die Geschichte des Gebäudes erforscht hat. Bild: Andreas Blatter

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Die Kirche Kleinhöchstetten ist von der Hauptstrasse Allmendingen–Rubigen aus fast nicht zu sehen. Das historische Gebäude mit den romanischen Fenstern und Türen liegt zwischen Bauernhäusern auf Rubiger Boden, gehört aber zur Kirchgemeinde Münsingen. Zweimal im Monat findet darin ein Gottesdienst statt. Das Kirchlein ist beliebt zum Heiraten und für Konzerte. «Die Akustik ist wunderbar», lobt Pfarrer Christoph Beutler.

Wechselhafte Geschichte

Bei Ausgrabungen stiess man auf die Fundamente einer früheren Kirche, die etwa um 700 nach Christus erbaut wurde. Kupferstifte in den tönernen Bodenplatten zeigen den Grundriss des damaligen Gebäudes. In der ersten Hälfte des 10.Jahrhunderts wurde ein grösseres, mit dem heutigen kreuzförmigen Grundriss gebaut. Um 1300 war die Kirche «unserer lieben Frau» gewidmet und, gemäss schriftlichen Quellen, ein beliebter Wallfahrtsort.

Nach 1400 gab es einen erneuten Umbau, bei dem grössere Fenster und die noch heute sichtbaren Wandmalereien entstanden. Als um 1500 die Reformation auch im Kanton Bern einzog, ging dies nicht spurlos am Kirchlein vorbei. Jörg Brunner, der damalige Pfarrer von Kleinhöchstetten wehrte sich gegen die Missstände der katholischen Kirche. Obschon er deswegen des Landes verwiesen wurde, weist noch heute ein Schild neben dem Eingang auf sein Wirken hin.

Ein Abbruchobjekt

1528 führte der Kanton Bern die Reformation ein. Damit verlor die Wallfahrtskirche ihre Bedeutung. Der Staat Bern schloss sie und überliess sie einem Bauern. In der Folge wurde sie als Wagenschopf, als Wohnung und Stall genutzt. Das Gebäude zerfiel und wurde 1939 zum Abbruch ausgeschrieben. Rettungsversuche scheiterten am Geldmangel. Martin Hasler, er ist ehemaliger Kirchgemeindepräsident, erinnert sich: «Ich habe das zerfallene Gebäude als Primarschüler auf einem Maibummel gesehen», sagt der 67-Jährige.

1952 erfolgte die Rettung durch den Berner Heimatschutz und den Synodalrat. 1962 beschloss die Kirchgemeinde Münsingen die Sanierung, die vor genau 50 Jahren mit dem Glockenaufzug endete. (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.08.2014, 08:16 Uhr

Zerfallen und als Scheune genutzt. So sieht die Kirche auf einer Fotografie von 1894 oder 1895 aus. (Bild: zvg)

Jubiläumsfest

Freitag, 22., bis Sonntag, 24.August, feiert die Reformierte Kirchgemeinde Münsingen das 50-jährige Bestehen der Kirche Kleinhöchstetten.

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