«Fahr Bar» zieht von Stadt zu Stadt

Bern

In Bern musste die «Fahr Bar» ihre Aktion mangels Bewilligung einstellen. Nun zogen die Jugendlichen, die gratis Getränke an Passanten verschenken, von Stadt zu Stadt.

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Während einer Woche zogen die 19 Jugendlichen mit ihrer «Fahr Bar» durch fünf Städte und verschenkten Gratisgetränke an durstige Passanten. Noch im Dezember des letzten Jahres mussten die Initianten ihren Standort unter dem Baldachin beim Bahnhof Bern aufgrund mangelnder Bewilligung aufgeben. Nach zwei Jahren wurden die Veranstalter rund um David Wöhrle von der Gewerbepolizei darauf aufmerksam gemacht, dass sie eine Bewilligung brauchen. Diese wurde vom Stadtrat abgelehnt.

Unmittelbar nach dem Verbot ihre Aktion auf öffentlichen Plätzen in Bern weiterzuführen, machte die Gewerbepolizei die Gruppe auf Privatplätze aufmerksam. «Sie warnten uns jedoch bereits vor, dass die Plätze nicht an spannenden Orten sind. Wir suchten jedoch Plätze, die auch an einem Dienstagabend belebt sind», so David Wöhrle, Jugendarbeiter und Leiter der Aktion. Deshalb zog die Gruppe weiter nach Bern West. «Die Gewerbepolizei interessiert sich weniger für diesen Ort», begründet David Wöhrle.

Spontane Tournee durch 5 Städte

Ihr neuestes Projekt war die «Fahr Bar Städte-Tournee», welche von 19 Jugendliche innerhalb der letzten Woche durchgeführt wurde. «Die Idee entstand spontan, wobei wir zuerst möglichst viele Städte besuchen wollten. Je mehr wir jedoch planten, desto weniger Städte wurden es», so Wöhrle. Für die Tournee opferten die Teilnehmenden eine Woche Ferien, um die durstigen Städter mit kalten Getränken zu versorgen. Insgesamt beschenkten die Gruppe, die durch die kirchliche Jungendarbeit «New Life» an der Fabrikstrasse in Bern mitfinanziert wird, 2600 Menschen mit Apfelschorle, Multifruchtsaft oder Holundergetränk.

Neben positiven Reaktionen auf die «Fahr Bar», begegneten einige Passanten den Initianten auch mit Misstrauen. «Viele fragten uns ob wir die Getränke vergiftet hätten oder gar KO-Tropfen untermischten. Es ist heutzutage so ungewöhnlich etwas gratis zu erhalten, dass die Menschen sehr beeindruckt sind von unserer Aktion», erklärt Wöhrle die Reaktionen der Passanten. Für Viele sei auch unfassbar gewesen, dass sich gerade Jugendliche eine Woche Ferien nehmen würden, um fremde Menschen zu beschenken. Nicht zuletzt wurde die Aktion von den Jugendlichen, durch ihren Teilnahmebeitrag, mitfinanziert.

In Zukunft ‹auf unsere Art›

Durch das Verbot auf öffentlichen Plätzen sei Bern beinahe aussichtslos für zukünftige Aktionen der «Fahr Bar» geworden. «Deshalb werden wir auf unsere Art weitermachen», so Wöhrle. Bei ihrem Halt in Bern als Abschluss der Tournee verschenkte die Gruppe deshalb ihre Getränke nicht mehr aus der «Fahr Bar», sondern musste die Erfrischungen auf sich tragen. «Das Verbot bezieht sich auf unseren Anhänger, der als Marktstand gilt, wenn wir die Getränke jedoch auf uns tragen, umgehen wir das Problem». In Zukunft sucht die Gruppe daher nach kreativen Lösungen, darunter wurden auch Pestizid Spritzer erwägt, die in der Landwirtschaft zum spritzen von Gift gebraucht werden. «Diese dürfen jedoch nicht für Getränke gebraucht werden», brachte Wöhrle in Erfahrung.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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