Stettlen

Es kommt Bewegung in den «Fall Salvi»

StettlenWas passiert mit dem unbewilligten Schrottplatz an der Flugbrunnenstrasse? Die Gemeinde hat soeben ein Bewilligungsverfahren in Gang gesetzt und will den Platz räumen lassen, falls die Umwelt gefährdet ist.

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Eines scheint klar: Beim Lagerplatz der Salvi AG in Stettlen muss sich etwas ändern. Die Berner Firma hat keine Bewilligung, um dort Altstoffe wie Motoren, Felgen und Metalle zu lagern .

Die Gemeinde Stettlen ging bisher davon aus, dass leere Mulden ohne eine Bewilligung zugelassen seien. Doch jetzt stellt sich heraus: Nicht einmal dies ist legal. «Für leere Mulden, die auf dem nackten Boden stehen, braucht es auch eine Baubewilligung», erklärt Jacques Ganguin vom kantonalen Amt für Wasser und Abfall (AWA).

Boden ist vorbelastet

Nachdem die Angelegenheit publik geworden war, hat die Gemeinde Stettlen nun ein Bewilligungsverfahren eingeleitet. Auch die Salvi AG will handeln. Die Gemeindevertreter und die Leitung der Salvi AG werden den Platz an der Flugbrunnenstrasse nächste Woche gemeinsam besichtigen. Falls sich dabei herausstelle, dass die Umwelt gefährdet sei, «muss das Material sofort weg», sagt Stettlens Bauverwalter Peter Masciadri.

Die Salvi AG hat jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder lagert sie auf dem Gelände an der Flugbrunnenstrasse gar nichts mehr, oder sie trifft die baulichen Massnahmen, damit Material und Mulden auf dem Platz gelagert werden dürfen. Das kann zum Beispiel heissen, dass der Boden abgedichtet werden muss. Mit einer Anzeige müsse die Salvi AG voraussichtlich nicht rechnen, erklären sowohl Jacques Ganguin wie auch Peter Masciadri. Dieser weist darauf hin, dass sich unter dem Areal in Stettlen eine ehemalige Deponie befinde. «Die ist aber schon seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr in Betrieb», so Masciadri. «Solche ehemaligen Deponien sind häufig nicht gefährlich», ergänzt Ganguin. In seinen Augen mildert das die Umstände für die Salvi AG. «Der Schrott in den Mulden lagert so oder so nicht an einem total sauberen Ort.»

Wer trägt die Verantwortung?

Die Zuständigen vom AWA wollen sich ebenfalls direkt vor Ort ein Bild machen, um zum soeben eingeleiteten Bewilligungsverfahren Stellung nehmen zu können. «Grundsätzlich», so Ganguin, «sollte die Gemeinde aktiv werden, wenn ein Unternehmen illegal Schrott lagert.» Die lokalen Behörden seien dafür zuständig, den Umgang mit Abfällen wie beispielsweise Schrott zu überwachen.

Die Frage stellt sich also: Warum hat die Gemeinde Stettlen nicht reagiert? Man wisse nicht, seit wann in den Containern und Mulden an der Flugbrunnenstrasse lagerten, antwortet Bauverwalter Peter Masciadri. «Wir haben auch keine Hinweise erhalten.» Die leeren Mulden stünden schon seit mehr als zehn Jahren dort. Bei diesen sei die Gemeinde von einem rechtmässigen Zustand ausgegangen. Die Hauptverantwortung sieht Masciadri anderswo: «Der Unternehmer ist in der Pflicht.»

Der Unternehmer ist in diesem Fall Luigi Salvi. Er habe vom kurzfristig eingeleiteten Bewilligungsverfahren der Gemeinde noch keine Kenntnis, erklärt der Geschäftsführer der Salvi AG. Das Areal in Stettlen werde von seiner Firma «vor allem für die Lagerung von Mulden verwendet ohne Inhalt von Altmaterial, für das eine Bewilligung notwendig wäre», bekräftigt Luigi Salvi. (Berner Zeitung)

Erstellt: 27.09.2013, 08:57 Uhr

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Die Luigi Salvi Recycling AG ist eine Tochterfirma der österreichischen Loacker-Gruppe. Diese zählt mit über 40 Betrieben sowie fast 700 Mitarbeitenden zu den grossen europäischen Entsorgungsunternehmen. Auch an der Schwendimann AG in Münchenbuchsee ist Loacker mit
50 Prozent beteiligt.

Loacker wurde mehrfach als eines der besten Unternehmen des Landes ausgezeichnet. Man arbeite «auf höchstem ökologischem und technischem Niveau», schreibt das Unternehmen auf seiner Website. Der unbewilligte Lagerplatz der Salvi AG in Stettlen passt nur bedingt zu dieser Aussage. Die Loacker-Gruppe sei von Salvi über die Angelegenheit informiert worden, erklärt Wanda Mikulec-Schwarz von der Medienstelle. Man habe mit detaillierten Abklärungen begonnen. Sollte sich zeigen, dass Verbesserungsmassnahmen erforderlich seien, werde man diese «im Sinne der Umwelt selbstverständlich umsetzen»,
so die Sprecherin. Markus Zahno

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