«Es braucht Allianzen»

Ab heute steht die Sitzung des Parlaments in Worb unter der Leitung von Brigit Raymann (SP). Die Lehrerin und Familienfrau war schon im November einmal im Einsatz.

Brigit Raymann präsidiert dieses Jahr den Grossen Gemeinderat von Worb.

Brigit Raymann präsidiert dieses Jahr den Grossen Gemeinderat von Worb.

(Bild: zvg)

In diesem Jahr gabs in Worb noch keine GGR-Sitzung. Am Montagabend sind Sie erstmals als höchste Worberin im Einsatz. Macht es Ihnen nichts aus, dass Sie das Amt erst jetzt antreten können?Brigit Raymann:Nein, das ist nicht tragisch. Ich konnte ja bereits im November eine Sitzung leiten, als Ersatz für den Präsidenten Gregor Messerli, der verhindert war.

Damals waren bei Ihnen keine Anfangsschwierigkeiten erkennbar, Sie traten souverän auf. Offenbar liegt es Ihnen, Sitzungen zu leiten? Ich war jahrelang in der Pfadi tätig, unter anderem als Leiterin der Abteilung Worb. Dort konnte ich Erfahrungen sammeln. Ich lernte, wie man effizient ein Gremium leitet. Bei der Pfadi habe ich übrigens sehr viel fürs Leben gelernt.

Im Parlament gehörten Sie bisher nicht zu denen, die oft das Wort ergreifen. Sind Sie eher die stille Schafferin? Ja. Eigentlich stehe ich nicht besonders gerne im Mittelpunkt. Und ich war vier Jahre im Ratsbüro, zeitweise als Stimmenzählerin. So war es weniger günstig, als Rednerin aufzutreten. Ich arbeite politisch aktiv mit, aber die Sache gegen aussen zu vertreten, überlasse ich gerne anderen.

Welche GGR-Geschäfte könnten für Sie heuer wegen heisser Diskussionen zu einer Herausforderung werden? Vielleicht wird die Ortsplanungsrevision schon zu reden geben. Und wenn es Vorstösse zum Sonne-Areal in Rüfenacht geben sollte, würde dies wohl auch zu Diskussionen führen.

Werden Sie solche aber im Griff haben? Ich traue mir zu, die Debatte in ordentliche Bahnen zu lenken. Meine Aufgabe ist es, zu schauen, dass die Diskussion fair und sachlich bleibt. Sollte es Unvorhergesehenes bei der Behandlung der Traktanden geben, habe ich den stellvertretenden Gemeindeschreiber zur Seite.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Politkultur in Worb? Im Grossen Gemeinderat ist sie momentan angenehm, das war früher manchmal anders. Wichtig scheint mir, dass das Parteibüchlein nicht über allem steht, sondern dass alle das Beste für Worb im Auge haben. Denn es braucht Allianzen im Rat, anders geht es nicht.

Können Sie sich vorstellen, politisch eine Karrierestufe höher zu steigen? Eher nicht. Ich kandidiere wahrscheinlich nochmals für den GGR, sonst habe ich keine Ambitionen. Ich möchte vor allem etwas in der Gemeinde erreichen, in der ich lebe.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt