Bern

Erstaunliches, Neues und viel Vergessenes aus dem Nordquartier

BernAndreas Blatter hat in seinem neuen Buch «Breitsch u drumum» die Geschichte des Nordquartiers recherchiert. Das Resultat ist keine langweilige Chronik, sondern wird zum spannenden Rundgang durch Berns Norden.

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«Der Breitenrainplatz, das Zentrum des Breitenrains, bildet die Drehscheibe des ganzen Nordquartiers. Von ihm aus führen alle Strassen sternförmig in die übrigen Teile des Nordquartiers.» Das schreibt Andreas Blatter in seinem neuen Buch «Breitsch u drumum». Nicht nur die Strassen führen sternförmig in alle Teile, das macht auch der Autor mit seiner Leserschaft.

Er führt sie in den Wyler, ins Wankdorf, in die Lorraine, macht einen Abstecher in die vornehmeren Quartiere Altenberg und Rabbental. In den reich bebilderten Geschichten entdecken selbst «Ureinwohner» des Nordquartiers Erstaunliches und Neues. Und viel Vergessenes.

Quartier mit Lebensqualität

Über andere Quartiere der Stadt Bern gäbe es bereits Chroniken. Aber: «Über den Breitenrain habe ich nirgends eine gefunden», sagt Andreas Blatter, der im Nordquartier aufgewachsen ist, heute in Münsingen lebt und Fotograf der Berner Zeitung ist.

Es habe ihn gereizt, nach seinem ersten Buch über die «Wylerhüsli» den Breitsch – «ein Quartier mit viel Lebensqualität» – zu recherchieren. Das Resultat seiner über zweijährigen Vorarbeit ist gottlob keine langweilige Chronik, sondern eine spannende Lektüre mit witzigen Einlagen und bisweilen einem Seitenhieb – nicht mit dem Vorschlaghammer, sondern mit dem Florett.

Prominente im Nordquartier

Das Nordquartier erscheine auf den ersten Blick wenig spektakulär, schreibt Blatter. Und widerlegt die These gleich mit Bild und Text über die Sportstätten Postfinance-Arena und Stade de Suisse mit seinen sportlichen Highlights, mit Europa- und Weltmeisterschaften und mit Konzerten internationaler Stars. Wer kennt nicht «Das Wunder von Bern», als Deutschland 1954 als Aussenseiter Fussballweltmeister wurde? Aber wer weiss schon, dass im Nordquartier die ersten Automobile (den Einzylinder «Berna vis-à-vis») und der erste Kreisel in der Schweiz gebaut wurden?

Und dass 1828 in der Lorraine Weltliteratur entstanden ist: Der amerikanische Schriftsteller James F. Cooper schrieb im Landsitz Steckgut an seinem Roman «Der letzte Mohikaner». Andere Bekanntheiten sind im Nordquartier aufgewachsen: Der ehemalige Stadtpräsident Reynold Tschäppät, der Bandleader Hazy Osterwald, Ex-Fussballnatitrainer Léon Walker sowie Robert Roth, Schwingerkönig und Doppelolympiasieger im Ringen.

«Das Buch erhebt niemals den Anspruch auf Vollständigkeit», sagt Autor Andreas Blatter. «Es ist schlicht unmöglich, auf 208 Seiten zwischen zwei Buchdeckeln alle Facetten dieses Teils der Stadt Bern restlos auszuleuchten.» Vielmehr sei es ein Streifzug. «Das Nordquartier steht für mich wie ein guter alter Schulfreund, mit dem es sich alleweil zu plaudern lohnt – und der auch in schlechten Zeiten zu einem hält.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.12.2013, 12:12 Uhr

«Breitsch u drumum»

Autor Andreas Blatter hat das Buch über die Geschichte des Nordquartiers im Eigenverlag (Auflage: 1000 Exemplare) herausgegeben. Der 208-seitige Band ist reich bebildert, auch mit neuen, farbigen Bildern.

Erhältlich ist «Breitsch u drumum» unter www.andreasblatter.ch oder in der Buchhandlung Sinwel, Lorrainestrasse 10. Das Buch kostet 48 Franken.

Autor Andreas Blatter ist Fotograf bei der Berner Zeitung. Vom 4. bis zum 29.März 2014 zeigt das Kornhausforum eine Bilderausstellung zum Buch. (sru)

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