Eine Tafel gegen Fahrende

Bowil

Mit einer Campingverbotstafel wollen Kanton und Gemeinde Fahrende davon abhalten, sich auf dem Parkplatz Bori häuslich einzurichten.

Auf dem Bori-Parkplatz können Lastwagenfahrer die Nacht verbringen. Campierende Fahrende sollen aber fernbleiben.

Auf dem Bori-Parkplatz können Lastwagenfahrer die Nacht verbringen. Campierende Fahrende sollen aber fernbleiben.

(Bild: Thomas Peter)

Die Situation wiederholt sich Jahr für Jahr: Auf dem Parkplatz Bori in Bowil lassen sich Fahrende nieder. Wasser holen sie bei öffentlichen Brunnen oder im angrenzenden Restaurant Schlossberg, wo sie manchmal auch die Toilette benützen. Aber eben nur manchmal. All zu oft erledigen die Fahrenden ihr Geschäft auf den umliegenden Wiesen und erzürnen damit die Landwirte.

So war es auch vor rund drei Wochen, als ein Konvoi Fahrender mit etwa zehn Autos und Wohnwagen auf dem Bori-Parkplatz Halt machten. Wie jedesmal in solchen Fällen erhielten die Leute Besuch von Gemeindepräsident Moritz Müller, der zuständigen Ressortchefin Barbara Schenk und Gemeindeschreiber Urs Rüegger. «Wir liessen Container hinstellen und kassierten die Gebühr für die Kehrichtentsorgung», erzählt der Gemeindeschreiber.

Ein Campingverbot

Der Bori-Parkplatz gehört dem Kanton Bern. Deshalb hat die Gemeinde Bowil kürzlich beim Tiefbauamt einmal mehr das Problem mit den Fahrenden thematisiert.

Eine Barriere möchte man nicht anbringen, damit Lastwagen weiterhin auf den Platz fahren können. «Wenn da einmal einer übernachtet, stört das niemanden», sagt Urs Rüegger. Wenn aber Fahrende Berge von Abfall und Kot hinterlassen, bringe das Arbeit und Kosten mit sich. Da will der Kanton nun mit einer Campingverbotstafel eingreifen. Darauf steht, dass Wohnanhänger und Wohnmotorwagen nicht parkieren dürfen. «Bei Zuwiderhandlung haben die Behörden so die Möglichkeit, Fehlbare anzuzeigen und wegzuweisen», so der Gemeindeschreiber. Noch ist die Campingverbotstafel aber nicht angebracht. Das Vorhaben wurde erst kürzlich im Konolfinger Anzeiger publiziert.

Die Konvois, die sich jeweils auf dem Platz installieren, stammen vorwiegend aus Frankreich. Schweizer Fahrende haben Stand- und Winterplätze und reisen nur im Sommer, wenn überhaupt. «Mit ihnen hatten wir noch nie Schwierigkeiten», sagt Gemeindeschreiber Rüegger. Er will auch nicht alle Fahrenden in einen Topf werfen. Mit einigen könne man verhandeln, auch wenn es dafür Zeit und Nerven brauche.

Die Gemeinde Bowil wünscht sich schon seit Jahren ein Konzept zum Umgang mit Fahrenden, das gemeindeübergreifend angewendet werden könnte. Ein entsprechendes Pilotprojekt läuft schon länger.

Für weitere Auskünfte waren die Zuständigen beim Amt für Gemeinden gestern nicht erreichbar. Aber immerhin gilt inskünftig auf dem Bori-Parkplatz ein Campingverbot.

Berner Zeitung

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