Eine Schule für drei Gemeinden

Studen, Aegerten und Schwadernau wollen ihre Schulen fusionieren. Der Plan kommt nicht nur gut an.

<b>Am Montag</b> wird über das Projekt «Eine Schule» abgestimmt. Auf dem Bild: Das Schulhaus in Studen.<p class='credit'>(Bild: PD)</p>

Am Montag wird über das Projekt «Eine Schule» abgestimmt. Auf dem Bild: Das Schulhaus in Studen.

(Bild: PD)

Zwischen Studen, Aegerten und Schwadernau existieren im Schulbereich verschiedene Zusammenarbeitsmodelle. Studen und Aegerten führen den Kindergarten und die Primarstufe gemeinsam.

Im Bereich der Oberstufe arbeiten die beiden Gemeinden zusätzlich mit Schwadernau zusammen. Im Bereich Kindergarten und Primarstufe hingegen arbeitet Schwadernau mit Scheuren.

Auch wenn die Schulen gemäss Gemeinderat auf «operativer und pädagogischer Ebene grundsätzlich gut funktionieren»: Die Strukturen sind kompliziert und der Aufwand ist dadurch gross. Deshalb haben die Gemeinderäte der drei Gemeinden beschlossen, die verschiedenen Organisationen zu einer Schulorganisation mit einer Schulleitung und einer Schulbehörde zusammenzuführen. Die Stimmberechtigten befinden an der Gemeindeversammlung vom kommenden Montag über das Projekt «Eine Schule».

Grosser Aufwand

Einer der Hauptgründe für die Neuaufstellung ist der zeitliche Aufwand. So müssen die Ressortvorstehenden in allen strategischen Organen vertreten sein. Hinzu kommt die Arbeit in den Gemeinderäten: Dieses Pensum sei für Gemeinderäte im Milizsystem kaum noch zu bewältigen, schreibt der Studener Gemeinderat in der Botschaft. «Mit dem Projekt soll die Schule einfacher geführt werden können», sagt Gemeinderat Stefan Gerber (SP) aus Studen.

Laut Gerber gibt es auf der Primar- und Sekundarstufe viele Themen, die man gemeinsam angehen könne, um dadurch Prozesse zu vereinfachen: die Schulsozialarbeit beispielsweise oder die Schulraumplanung.

«Geld sparen können wir mit der Fusion nicht, aber sie wird uns auch keine zusätzlichen Kosten bringen.» Die grosse Frage, die sich Eltern bei Schulthemen stets stellen, ist, inwiefern ihre Kinder betroffen sind. Bei «Eine Schule» werden aber weder Kinder verschoben noch Schulhäuser geschlossen. «Es handelt sich um eine reine Organisations- und Strukturfrage», betont Gerber.

Erzürnte Lehrer

Und doch gibt es einen emotionalen Aspekt. Und damit auch Widerstand. Lehrpersonen der Oberstufe befürchten, ihre Autonomie zu verlieren. «Sie hängen an ihrem Schulverband», so Gerber. Der Schulverband OSZ Studen-Aegerten-Schwadernau wurde im Dezember aufgelöst. An der Delegiertenversammlung hagelte es Kritik am neuen Modell.

Die «neue Schule» werde eine zentralistisch verwaltete Organisation sein, bei der die Individualität auf der Strecke bleibe. Auch fühlten sich die Lehrer übergangen, weil sie aus ihrer Sicht nicht genügend in die Planung miteinbezogen wurden.

Heute seien in den drei Gemeinden rund 100 Lehrpersonen angestellt, erwidert Stefan Gerber, «die Mehrheit von ihnen steht hinter dem Projekt». Am Montag stimmen Studen und Schwadernau darüber ab, am Dienstag Aegerten.

Alle Gemeinden müssen Ja stimmen, damit die Fusion umgesetzt werden kann. Gerber: «Je nachdem, wer die Versammlung besucht, kann das Action geben.»

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