Eine Performance fürs Strassenfest

Bern

Erstmals steht beim Herzogstrassenfest eine audiovisuelle Liveperformance auf dem Programm. Das Künstlerduo Elux+Schenkel bespielt morgen eine ganze Hausfassade.

Die Beatles? Nein, Elux+Schenkel! Das Künstlerduo (Andreas Schenkel und Elias Thoma, v.l.) schreitet durch die Herzogstrasse.

Die Beatles? Nein, Elux+Schenkel! Das Künstlerduo (Andreas Schenkel und Elias Thoma, v.l.) schreitet durch die Herzogstrasse.

(Bild: Urs Baumann)

Stefanie Christ@steffiinthesky

Das Lichtspektakel «Rendezvous Bundesplatz» zieht seit 2011 jährlich Tausende Schaulustige an. Auf die Bundeshausfassade projizierte, animierte Bilder spielen mit der Architektur, tauchen das Regierungsgebäude in buntes Licht und lassen Berge und Roboter über den Sandstein tanzen. Videomapping nennt sich die Kunstform, und morgen erhält auch die Berner Herzogstrasse ihr Spektakel.

Anlässlich des Herzogstrassenfests schufen die Berner Künstler Elias Thoma und Andreas Schenkel alias Elux+Schenkel eine audiovisuelle Installation, die eine Hausfassade in eine Leinwand verwandelt. In Zusammenarbeit mit dem Videokünstler Alain Melgar entstand eine rund fünfminütige Performance, die morgen nach Sonnenuntergang zu sehen sein wird.

Haus als Schablone

Elux+Schenkel sind keine Unbekannten in der Berner Installationsszene. Von Juli bis August war etwa ihre «Kistenorgel» in der Soon-Galerie ausgestellt: gestapelte Umzugskisten, auf die Besucher per Tastendruck Bilder projizieren konnten. Für die Interaktion mit dem Publikum bauten die Künstler ein Keyboard um, das nunmehr nicht nur Töne, sondern eben auch Bilder von sich gibt. Damit sich diese nicht überlappen, sondern exakt die Form der dreidimensionalen Leinwand – in diesem Fall der Kisten – annehmen, arbeiten Elux+Schenkel mit eigens auf Videomapping zugeschnittenen Computerprogrammen.

Mit einem solchen entstand auch die Arbeit fürs Herzogstrassenfest. Vorlage oder besser Schablone war die Hausfassade. Ob animierte Formen oder Figuren, Bilder, die auf die Architektur eingehen, oder solche, die das Haus darunter verschwinden lassen – inhaltliche Auflagen stellten sich die Künstler keine. Für Elias Thoma steht der künstlerische Ausdruck und nicht der Unterhaltungswert im Zentrum: «Obwohl in Bern Videomapping vor allem durch Auftragsarbeiten wie jene am Bundeshaus bekannt wurde, wurzeln die Ursprünge in der freien Kunst.» Dort wollen Elux+Schenkel anknüpfen. Entsprechend freie Hand hatte auch Soundtüftler Benjamin Langsch, der für die morgige Performance die Musik schuf. Diese wird von einer Bühne in der Herzogstrasse abgespielt, die Videoinstallation von einem gegenüberliegenden Balkon auf das Haus gebeamt.

Bild und Ton

Das Zusammenspiel von Bild und Ton ist Elux+Schenkel wichtig. Beide Künstler starteten ihre Karriere als Videojockeys; sie projizierten also an Konzerten und Partys live von der Musik inspirierte Bilder. In Zukunft wollen sie ihre Installationen noch interaktiver gestalten. Am Herzogstrassenfest müssen die Besucher aber nicht aktiv werden, sondern dürfen sich dem Bilderreigen einfach so hingeben.

Die audiovisuelle Installation: Samstag, 21 Uhr, Herzogstrasse, Bern.

Berner Zeitung

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