Eine Informationspanne und zwei Abgänge

Bern

Der Lindenhof entschuldigt sich für den fälschlicherweise «annektierten» Chefarzt aus dem Zieglerspital. Und beim Spital Netz Bern haben zwei Geschäftsleitungsmitglieder gekündigt.

Entschuldigt sich: Lindenhof-CEO Jean-François Andrey.

Entschuldigt sich: Lindenhof-CEO Jean-François Andrey.

(Bild: Beat Mathys)

Am 31. Juli teilte die Stadtberner Spitalgruppe Lindenhof mit, dass auf einen Schlag neun Kaderärzte der Spital Netz Bern AG gekündigt hätten, um zum Lindenhof zu wechseln. Darunter seien drei Chefärzte. Am Montag stellte sich aber heraus, dass einer der drei – Stephan Hans Hottinger, Kardiologe am Zieglerspital – gar nicht gekündigt hat.

Wie kam also der Lindenhof dazu, zu behaupten, auch Hottinger habe gekündigt und werde nun als Belegarzt am Lindenhof tätig sein? Dazu lässt CEO Jean-François Andrey Folgendes ausrichten: Hottingers Kündigung «wurde uns im Zuge der übrigen Kündigungen im Tiefenauspital mitgeteilt». Wer dies mitgeteilt habe, sagte Andrey nicht.

Es gab keine Gespräche

Dafür räumt er offen ein, mit Chefarzt Hottinger seien keine Gespräche über einen konkreten Wechsel zur Lindenhofgruppe geführt worden. «Wir bedauern diese Kommunikationspanne und entschuldigen uns bei den betroffenen Parteien.»

Bei der Spital Netz Bern AG sind derweil die tatsächlichen Abgänge von zwei Mitgliedern der Geschäftsleitung (GL) zu vermelden. Schon vor einiger Zeit hat Stefan Grunder als ärztlicher Direktor gekündigt. Grunder war am Dienstag nicht für eine Stellungnahme erreichbar; er ist bereits nicht mehr für das Spital tätig. Im Onlinenetzwerk «LinkedIn» schreibt er, er mache ein Sabbatical und setze seine Studien fort.

Vor kurzem hat auch Franziska Berger gekündigt; sie gehört der Spital-Netz-GL als Pflegedirektorin an und war zuvor am Spital Münsingen als Pflegedienstleiterin tätig. In dieser Funktion wird sie künftig im Spital Bülach (ZH) wieder arbeiten. Die zwei verbleibenden Mitglieder der heutigen Spital-Netz-GL halten dem Spital die Treue. So werde CEO Reto Flück weiterhin für das Unternehmen tätig sein, sagt Urs Birchler, der als Direktionspräsident der Insel den Zusammenschluss leitet. Welche Funktion Flück übernehme, sei noch offen.

fab/BZ

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