Eine Autospur weniger beim Kocherpark

Bern

Bauarbeiten bei der Tramhaltestelle Kocherpark: Die Stadt Bern will nach zwei tödlichen Unfällen für mehr Sicherheit sorgen.

Das Perron bei der Haltestelle Kocherpark soll verbreitert und mit einem Geländer versehen werden.

Das Perron bei der Haltestelle Kocherpark soll verbreitert und mit einem Geländer versehen werden.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Benjamin Bitoun

Nach zwei tödlichen Tramunfällen in den letzten Jahren reagiert die Stadt Bern: Sie will die Haltestelle Kocherpark an der Effingerstrasse sicherer machen. Das Perron wird verbreitert und mit einem Geländer ausgestattet, teilte die Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün gestern mit. Die Arbeiten haben gestern begonnen und dauern voraussichtlich bis am 17. April.

Was zu reden geben dürfte: Die Mittelinsel bei der Haltestelle wird auf Kosten einer Autospur verbreitert. Die linke der beiden Fahrspuren stadtauswärts wird auf einer Länge von 70 Metern aufgehoben, um mehr Platz für wartende und querende ÖV-Benutzer zu schaffen.

Die Verbreiterung stelle eine Anpassung an die geltenden Sicherheitsnormen dar, sagt der Stadtberner Verkehrsplaner Karl Vogel. «Eine derart schmale Mittelinsel ohne hohen Absatz zur Strasse hin würde man heute niemals mehr bauen.»

Die baulichen Massnahmen sind zunächst nur Teil eines Verkehrsversuchs. Dieser dauert theoretisch nur rund eineinhalb Monate. Die Änderungen bleiben aber so oder so bis zur Teilsanierung der Effingerstrasse zwischen dem Hirschengraben und dem Kocherpark bestehen, welche für 2022/23 geplant ist.

Karl Vogel geht davon aus, dass sie auch darüber hinaus bleiben. Die Verkehrsplaner hätten simuliert, ob die Strasse auch einspurig noch genug Leistung hat, um einen Rückstau zu verhindern, so Vogel. «Aufgrund unserer Berechnungen sind wir der Meinung, dass das der Fall ist.»

Stellt sich die Frage: Ist der Ausbau der Tramhaltestelle nicht auch Teil einer Verkehrspolitik, die den Fahrrad- und öffentlichen Verkehr gegenüber dem motorisierten Individualverkehr bevorzugt? Verkehrsplaner Vogel verneint das. «Es handelt sich um eine Massnahme zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und nicht um eine zusätzliche Schikane für Autofahrer.»

Die zwei Todesfälle hätten deutlich gezeigt, dass bezüglich Sicherheit Handlungsbedarf bestehe. Und eine Verbreiterung der Mittelinsel könne nicht auf Kosten der Breite der Tramspur, sondern nur auf die der Autospur vorgenommen werden.

Berner Zeitung

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