Das zwitschernde Wahl-Podium

Heute findet ein Wahlpodium der etwas anderen Art statt: Über die Internetplattform Twitter stellen sich elf Gemeinderatskandidatinnen und -kandidaten den Fragen ihrer Wähler.

Sheila Matti

Am Donnerstag findet ein digitales Wahlpodium statt: auf der Plattform Twitter wird von 11:00 bis 13:00 diskutiert. Hier können Sie das Podium verfolgen.

Michael Aebersold (SP) posiert während seiner Laufrunden für ein Bild, Matthias Stürmer (EVP) fiebert beim US-Wahlkampf mit, und Beat Gubser (EDU) streitet um das genaue Gründungsjahr der Schweizer Eidgenossenschaft. Die Berner Gemeinderatskandidatinnen und -kandidaten twittern fleissig. Während der letzten Monate nutzten sie die ­Social-Media-Plattform aber vor allem dazu, ihren Wahlkampf ­voranzutreiben. Bilder von Flyer verteilenden Kandidaten sind an der Tagesordnung.

Auch GLP-Kandidatin Melanie Mettler ist auf Twitter aktiv. Fast täglich erscheint auf ihrem Profil ein neuer Beitrag. Besonders ex­trem wurde es letzte Woche: Neun identische Tweets schrieb Mettler an einem Tag – alle mit demselben Inhalt, aber an einen anderen Adressaten: «2 Stunden Gemeinderatspodium @twitter. Die Themen setzen live andere Twitterer. Dabei?» Mettler lud zum Twitter-Podium ein, und die Bernerinnen und Berner folgten ihrem Ruf: Elf Kandidaten, die auf Twitter präsent sind, werden ihre heutige Mittagspause vor dem Bildschirm verbringen und sich zwischen 11 und 13 Uhr den Fragen der Berner Twitter-Gemeinschaft stellen.

Instruktionen für Neulinge

«Auf Twitter kann man auf Augenhöhe miteinander kommunizieren, und auch wer keinen ­Account besitzt, kann die Diskussion bequem von zu Hause aus mitverfolgen», erklärt Mettler. Und sie sieht noch einen weiteren Vorteil des Twitter-Podiums: «Weil die Beiträge jeweils auf 140 Zeichen reduziert sind, gibt es keine unnötig langen Antworten, und wir können vielleicht endlich über die wirklich wichtigen Themen sprechen.» Welche Themen angesprochen werden, entscheiden letztlich die Bernerinnen und Berner: Über das Schlagwort #WahlBern16 kann man die Diskussion sowohl mitverfolgen als auch selbst Fragen stellen (siehe Kasten).

Damit das Gespräch auch reibungslos über die virtuelle Bühne geht, hat Mettler ihre Kontra­henten im Vorfeld gründlich informiert: Sie verschickte genaue Instruktionen an alle Teilnehmer, welche das System erklären und festlegen, wie das Podium genau ablaufen soll. Keine schlechte Idee, denn nicht jeder Kandidat kennt sich mit Twitter so gut aus wie Mettler. Gemeinderat Alexandre Schmidt (FDP) etwa besitzt erst seit diesem Sommer einen Account – benutzt habe er diesen bisher aber kaum.

So funktionierts

Um das Twitter-Podium mitzuverfolgen, müssen Sie auf der Website twitter.com nach dem Schlagwort #WahlBern16 suchen. Wollen Sie den Kandidatinnen und Kandidaten selbst eine Frage stellen, benötigen Sie jedoch einen Twitter-Account. Diesen können Sie kostenlos erstellen.

Damit die Kandidaten Ihren Beitrag auch sehen, sollte dieser ebenfalls das Schlagwort #WahlBern16 enthalten. Fragen können auch an einen bestimmten Kandidaten oder eine Kandidatin gerichtet werden, indem Sie dessen Twitterhandle (für Melanie Mettler etwa @doppel_m) einbauen. Dies könnte dann etwa so aussehen: «Wo sitzen sie gerade? @Erich_Hess #WahlBern16».

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