Bern

Ein neues Paradies für Design-Liebhaber

BernDer Vintage-Trend in Bern bricht nicht ab. Am Samstag eröffnet an der Schwarztorstrasse die Designbörse mit integrierter Brockenstube – und das gleich auf 800 Quadratmetern.

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Es ist noch nicht lange her, dass Berner Fans von Vintage-Design auf der Suche nach einem «Schatz» in andere Städte ausweichen mussten. In der Bundesstadt gab es zwar zahlreiche Brockenhäuser oder Antiquitäten-Händler, aber kaum Vintage-Design-Geschäfte.

Das hat sich in den letzten drei Jahren geändert: Mittlerweile lassen die Vintage-Geschäfte mit den Namen «Patinamöbel Vintage Living», «Bellbird Vintage», «Winkel», «7 Sachen» oder «Memphis Belle Vintage» die Herzen der Design-Liebhaber höher schlagen. In meist kleinen Räumen werden in diesen Geschäften ausgesuchte Stücke in bestem Zustand verkauft.

Designbörse und Brocki in einem

Wesentlich mehr Platz hat Oliver Kathriner in seinem Geschäft an der Schwarztorstrasse 83, das am Samstag eröffnet: Auf 800 Quadratmetern stehen hier künftig Möbel und Wohnaccessoires zum Verkauf. Im Parterre entsteht eine Designmöbel-Börse und im Untergeschoss eine Brockenstube. Der 32-jährige Kathriner hat in den letzten Jahren mehrere Hiob-Brockenhäuser in der Schweiz geleitet und saniert. Vor vier Jahren hat er sich mit einer kleinen Transportfirma selbstständig gemacht – nun wagt er den nächsten Schritt.

«Die Design-Liebhaber kommen im Erdgeschoss auf ihre Kosten und die Schnäppchenjäger und Schatzsucher im Keller», verspricht Kathriner. Ansprechen will er folglich «ein designbegeistertes Publikum, das nicht abgeneigt ist zu stöbern.» Die Preise sollen «marktüblich» sein.

Für jeden etwas

Oliver Kathriner kennt und schätzt seine Stadtberner Konkurrenten im Vintage-Geschäft, setzt schon alleine wegen der Grösse aber auf ein anderes Konzept. «Ich möchte in die Breite gehen. Vom Kieselstein bis zum Diamanten wird man bei mir alles finden. Durch die Fläche muss ich mich beispielsweise auch nicht auf ein Jahrzehnt beschränken.»

Verkaufen wird Kathriner aber nicht nur Produkte, die er im Lauf der Jahre selbst angesammelt hat. «Der Name Designbörse kommt nicht von ungefähr. Etwa die Hälfte der Möbel werde ich auf Kommissionsbasis verkaufen.» Für allfällige Interessenten entstehen keine Kosten, wenn er die Möbel nicht verkauft. «Ausser, wenn ich für den Transport sorgen muss.»

Kathriner, der sein «Hobby zum Beruf gemacht hat», ist begeistert von der «einmaligen Atmosphäre» in seinem Geschäft. «Die Fläche und der Charme der Lokalität sind wie geschaffen für das Projekt. Durch das Glasdach, die Glasfront und die alten Stahlträger kommt der klassische Industrielook perfekt zur Geltung.» Unterstützung im Geschäft erhält Kathriner von zwei Festangstellten. Weitere Personen stehen auf Abruf im Einsatz.

Freude bei den Mitstreitern

Nicht nur der Neuling selbst, sondern auch die Konkurrenz ist begeistert vom neuen Angebot. «Ich finde es wunderbar – es ist eine Bereicherung und eine Ergänzung», sagt beispielsweise der Berner Flohmarkt-Pionier René Lanz. «Vor zehn Jahren war ich mit meinem Geschäft 'Schönes und Besonderes' noch der Exot. Das ist heute zum Glück anders.»

Die verschärfte Konkurrenzsituation macht dem Initiator des Reitschule- und des Dampfzentrale-Flohmarkts keine Sorgen. «Ich bin lange dabei und habe Stammkunden, die mir vertrauen.» Zudem dürfe man auch den Umwelt-Aspekt nie vergessen. Jedes Möbelstück das «recycelt» wird, sei wichtig.

Das Geschäft brummt

Ähnlich tönt es bei der Vintage Design Galerie «Winkel» in der Länggasse. Mitinhaberin Maria van Harskamp hat ihren neuen Konkurrenten bereits begutachtet und ist angetan von dessen Einrichtung. «Das ist super für Bern. Vor allem auch, weil ein weiteres Quartier vom Vintage-Trend erfasst wird.» Sie werde künftig wohl selbst auch öfters dort anzutreffen sein: «Zuerst kaufe ich mir bei der Metzgerei Meinen nebenan eine Wurst und dann einen schönen Stuhl», erklärt sie lachend.

Von den Dimensionen der Designbörse können die Winkel-Betreiber indes nur träumen – das Geschäft ist nur 20 Quadratmeter gross. «Weil es viel besser läuft als wir ursprünglich erwartet haben, werden wir künftig aber auch am Donnerstag- und Freitagnachmittag geöffnet haben», so Van Harskamp.

Die Designbörse & Brockenstube an der Schwarztorstrasse 83 wird am Samstag, 29. März 2014 ab 10 Uhr mit einem Fest eröffnet. Für Kunden aus der Region Bern ist die Hauslieferung am Eröffnungstag kostenlos. Das Geschäft wird anschliessend von Dienstag bis Freitag zwischen 10 und 18.30 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 17 Uhr geöffnet sein.Weitere Informationen auf www.renoli.ch. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.03.2014, 09:30 Uhr

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