Bern

Ein Goldener Kaktus für die Migros-Kultverkäuferin

BernDie Lorraine-Bewohner kennen sie alle, die Berufsschüler auch: Migros-Verkäuferin Vreni Hirt ist eine Institution. Nun wurde die 48-Jährige für ihr «bereicherndes Wirken und Sein» ausgezeichnet.

<b>«Machets guet»:</b> Mit diesen Worten verabschiedet sich Vreni Hirt oft von ihren Kunden.

«Machets guet»: Mit diesen Worten verabschiedet sich Vreni Hirt oft von ihren Kunden. Bild: Nicole Philipp

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An ihr kommt im Berner Lorrainequartier kein Migros-Kunde vorbei. Seit Jahr und Tag sitzt sie hier an der Kasse, grüsst spontan, wechselt ein paar Worte – und spätestens beim Abschied wird bei ­jedem, der jetzt noch rätselt, der Groschen fallen. «Machets ­guet», pflegt Vreni Hirt zu sagen, bevor sie sich dem Nächsten in der Schlange zuwendet.

Die 48-Jährige ist eine Institution zumindest für jene in der Migros Lorraine. Das war schon im alten, gemütlich engen Laden an der kleinen Quartierstrasse der Fall. Und das ist noch heute so, da der Grossverteiler längst in einer modernen Filiale an zentraler Lage geschäftet. Um es mit den Worten der Heitere Fahne in Wabern zu umschreiben: Vreni Hirt ist «die bekannteste Migros-Verkäuferin» weitherum.

Am Wochenende hat der Kultur- und Gastrobetrieb Vreni Hirt geehrt. Goldener Kaktus nennt sich die Auszeichnung für Leute und Institutionen, die sich durch ihr, so eine Mitteilung, «bereicherndes Wirken und Sein» hervortun. Originalität zeichnet die 17 aus gut 200 Vorschlägen bestimmten Preisträger genauso aus wie ein ehrliches, erfrischendes Auftreten.

Eine «absolute Überraschung» sei der Goldene Kaktus gewesen, sagt Vreni Hirt, ausgelöst habe er in ihr «ein grosses Glücksgefühl». Er sei ein Beweis dafür, wie sehr ihre Arbeit und­ ­ihre Wesensart geschätzt würden. Sie gehe immer gut gelaunt und fröhlich zur Arbeit. Wenn sie mal mehr für sich selber als für andere ein halb lautes «Juhee» verliere, wirke das wohl ansteckend.

«Wir haben es immer lustig», fährt sie fort und denkt gerade an die vielen Schüler, die Tag für Tag in Scharen vorbeikommen. Dass die jungen Leute ihre Einkäufe lieber an den Self-Scanning-Maschinen zahlen, stört sie nicht im Geringsten. Zumal ja auch dort eine Kassiererin steht: «Ich habe hier sogar mehr Zeit für sie, weil ich mich nicht aufs Herausgeld konzentrieren muss.»

Ihren Beruf bezeichnet Vreni Hirt gleichzeitig als ihr Hobby. Seinetwegen hat sie vor zwölf Jahren auch ihre Burgdorfer Heimat verlassen und ist nach Bern gezogen. Allerdings nicht in die Lorraine, sondern in die Länggasse – ein bisschen Abstand zur Arbeit muss in der Freizeit trotz allem sein. (Berner Zeitung)

Erstellt: 01.05.2018, 09:37 Uhr

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