Ein Genfer, dem wohl ist in Bern

Bern

YB wolle sich heute rehabilitieren, sagt Mittelfeldspieler Xavier Hochstrasser vor dem Heimspiel gegen Luzern (17.45 Uhr). Seit dreieinhalb Jahren spielt der Genfer für YB.

YB hat etwas gutzumachen heute, im Heimspiel gegen Luzern. Das 0:4 in Basel am Sonntag hat jene bestärkt, die der Meinung sind, den Bernern gelinge es bis Saisonende nicht, die Tabellenspitze zu verteidigen. «Die Nervosität ist bei uns wegen dieser Niederlage nicht gestiegen. Es ist nur ein Spiel, das wir verloren haben», sagt Xavier Hochstrasser. Der Tonfall des YB-Mittelfeldspielers ist bestimmt. Unter der Woche habe das Team die «dummen Fehler» analysiert. Gesprochen worden sei jetzt genug, «heute wollen wir zeigen, dass wir es besser können».

Hochstrasser ist der Dauerläufer im YB-Mittelfeld. Nur eines der 19 Saisonspiele hat er verpasst, beim 1:3 in Sion im November fehlte er gesperrt. Erst 21 Jahre alt ist der gebürtige Genfer, und doch steht er in der Hierarchie des Teams bereits weit oben. Kein Wunder, denn Hochstrasser spielt trotz seines Alters bereits die vierte Saison für die Young Boys. Im Sommer 2006 wechselte er von Servette zu YB, und von Spielzeit zu Spielzeit hat sich seine Einsatzzeit erhöht. Als von Beginn an sehr positiv beurteilt der Schweizer U21-Nationalspieler seine Entwicklung in Bern – auf und auch neben dem Platz.

«Zuerst waren es die Teamkollegen, die mir geholfen haben, mich in der Deutschschweiz zurechtzufinden.» Mittlerweile habe sich sein Freundeskreis ausgeweitet. «Meine Freundin ist Bernerin. Durch sie habe ich viele Leute kennen gelernt, die nicht direkt mit Fussball zu tun haben.» Angefreundet hat er sich auch mit der Sprache. Zwar verständigt er sich nach wie vor auf Hochdeutsch, «unterdessen verstehe ich aber auch den Berner Dialekt».

Doubai oder Yapi? «Egal»

Seine Wurzeln hat Hochstrasser aber nicht vergessen. Regelmässig besucht er die Eltern und den Bruder in Genf. «Und manchmal fahre ich auch gerne hin, um zu shoppen.»

Diese Woche hat er einiges über die Herkunft seiner Mitspieler Thierry Doubai und Seydou Doumbia erfahren. Das Schweizer Fernsehen hatte die beiden YB-Ivorer Anfang Januar in deren Heimat besucht und strahlte die Bilder am Mittwochabend als Dokumentarfilm aus. «Leider kam ich nicht dazu, die Sendung zu schauen. Aber mir wurde erzählt, in welchen Verhältnissen Doubai und Doumbia aufwuchsen. Sie waren alles andere als auf Rosen gebettet.»

Zu Doubai ist Hochstrassers Beziehung besonders eng. Beide wurden am gleichen Tag geboren (am 1.Juli 1988) und haben sich in ihrer Zeit in Bern angefreundet. Normalerweise bildet Hochstrasser in dieser Saison mit Gilles Yapi das zentrale Mittelfeld der Berner. Weil Yapi verletzt war, spielte Hochstrasser in Basel an der Seite Doubais. Unterdessen ist Yapi wieder gesund, und Hochstrasser hatte am Freitag noch keine Ahnung, an wessen Seite er heute zum Einsatz kommt. «Das spielt für mich auch keine Rolle. Yapi und Doubai sind beides exzellente Fussballer mit ganz besonderen Stärken. Mit beiden fühle ich mich wohl auf dem Platz.»

Lieber «Zaza» als Xavier

Neben wem auch immer Hochstrasser heute aufläuft, sicher ist, dass er von seinen Mitspielern «Zaza» gerufen wird. Wie er zu diesem Spitznamen gekommen ist, weiss er noch genau: «Als Kind konnte mein älterer Bruder meinen Namen nicht aussprechen. Statt Xavier nannte er mich ‹Zaza›. Dieser Name ist geblieben.» Mittlerweile werde er sogar lieber «Zaza» gerufen als Xavier. Hochstrasser muss lachen, als er diese Geschichte erzählt. Noch mehr Grund zur Freude hätte er heute im Fall eines Sieges gegen Luzern.

Berner Zeitung

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