Ein Dorf ruft nach dem Blechpolizisten

Radarfalle statt Verengungen: Weil sich der Verkehr auf der frisch beruhigten Sensemattstrasse in Thörishaus regelmässig zurückstaue, fordert das Dorf eine Alternative.

Rückstau am Feierabend: Thörishaus ist mit der verkehrsberuhigten Sensemattstrasse nicht zufrieden.

Rückstau am Feierabend: Thörishaus ist mit der verkehrsberuhigten Sensemattstrasse nicht zufrieden.

(Bild: Enrique Muñoz García)

Stephan Künzi

Es kommt selten vor, dass sich Autofahrer eine Radarfalle wünschen. In Thörishaus aber ist genau das passiert. Es wäre wohl das Beste, einen Blechpolizisten aufzustellen, hielt einer vor dem Ortsverein fest, und das zustimmende Nicken der Runde war ihm sicher. Wenn dafür, fuhr er fort, die beiden Verengungen verschwinden würden.

Leidenschaftlich – sowie ab und zu von spontanem Applaus durchsetzt – diskutierte der Ortsverein Thörishaus über die Art, wie die Gemeinde Köniz letztes Jahr die Sensemattstrasse beruhigt hatte. Viele gaben offen zu erkennen, dass sie auf der Durchgangsachse selber regelmässig auf vier Rädern unterwegs sind, wenn sie klagten: Weil man im Bereich der Verengungen nicht mehr kreuzen könne, komme es gerade zu den Stosszeiten regelmässig zu Rückstaus. Zuweilen sei das Chaos so schlimm, dass sich die Autos auf beiden Fahrspuren gegenseitig blockierten. Dann gehe gar nichts mehr.

Selbst der als Gast geladene Könizer Gemeinderat Christian Burren (SVP) musste eingestehen, dass der Verkehr nicht gut laufe. Völlig erstaunt darüber zeigte er sich mit einem Blick zurück nicht. Er sprach von einem Zwitter, der so gar nicht funktionieren könne, ergänzte aber: Das sei eigentlich seit jeher klar gewesen. Zu seitlichen Verengungen gehörte eigentlich Tempo 30. Doch Thörishaus habe auf Tempo 40 beharrt, und so habe man es beim alten Geschwindigkeitsregime bewenden lassen.

Dass zumindest in der Versammlung ein Sinneswandel stattgefunden hatte, machte der mehrfache Ruf nach Tempo 30 klar – wenn eben gleichzeitig ein Blitzer aufgestellt und die Verkehrsberuhigung mit den beiden Verengungen abgebaut werde. Gemeinderat Burren stellte fürs Erste eine andere Massnahme in Aussicht. Sobald das Wetter wieder trockener und wärmer sei, werde Köniz den Bereich, auf dem die Fussgänger sie Strasse querten, als Fläche aufmalen. Das schaffe – hoffentlich – allseits mehr Klarheit. Und damit auch ein sichereres Miteinander.

Berner Zeitung

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