Ein Berner kämpft für die Orang-Utans

Bern

Musiker und Webdesigner Hans-Jakob Bollinger aus Bern will die letzten Orang-Utans in Borneo schützen. Dafür übernimmt er eine Patenschaft und steigt auch mal ins Affenkostüm.

Hans-Jakob Bollinger zeigt ein Foto mit seinem Patentier Hendrik, einem Orang-Utan aus Borneo.

Hans-Jakob Bollinger zeigt ein Foto mit seinem Patentier Hendrik, einem Orang-Utan aus Borneo.

(Bild: Andreas Blatter)

Am nächsten Dienstag ist Welt-Orang-Utan-Tag. Dann wird der 51-jährige Hans-Jakob Bollinger ein Orang-Utan-Kostüm anziehen, als Menschenaffe durch die Schweiz reisen und in Zürich die Auswilderung eines Orang-Utans inszenieren. Damit will er auf die gefährdete Affenart aufmerksam machen. Abholzung, Brandrodung und Wilderei bedrohen die Tiere.

Der gebürtige Schaffhauser Bollinger wohnt seit 1988 in Bern, ist Musiker und Webdesigner. Daneben engagiert er sich leidenschaftlich beim Schweizer Ableger der Borneo Orang-Utan Survival (BOS).

«Wer die Orang-Utans schützt, schützt den Menschen», sagt Bollinger. Denn wie die Orang-Utans seien auch die Menschen abhängig vom Regenwald. «Zudem fasziniert mich die Ruhe, die die Tiere ausstrahlen. Sie sind die Denker des Urwalds.»

Urwald und Webdesign

Bollinger ist Pate von Hendrik, einem Orang-Utan-Jungen, der in Borneo in einem Rehabilitationszentrum lebt. Hendrik hat seine Mutter verloren. Im Zentrum lernt er alles, was er fürs Überleben in der Wildnis braucht, dann soll er ausgewildert werden.

Ein Pate spendet mindestens 300 Franken pro Jahr. «Die Auswilderung eines Orang-Utans kostet im Schnitt 15000 Franken», erklärt Bollinger. Deshalb habe jeder Affe mehrere Paten. Letztes Jahr reiste Bollinger nach Borneo, um die Menschenaffen zu beobachten. «Das war ein absolut magischer Moment, als ich die Orang-Utans erstmals sah», schwärmt er.

Bollinger investiert, um die Orang-Utans zu schützen, nicht nur Geld, sondern vor allem auch Zeit. Er unterstützt BOS Schweiz neben seiner Patenschaft mit seinen Fähigkeiten als Webdesigner. Er half mit, der Website der Organisation einen modernen Auftritt zu verpassen. Am 19.August soll der Relaunch erfolgen.

Skepsis und Hoffnung

Trotz seinem Aufwand ist Bollinger skeptisch, ob die Orang-Utans in Borneo überleben werden. «Es ist fünf vor zwölf. Ich glaube aber daran, dass es noch Möglichkeiten gibt, die Menschenaffen zu schützen.»

Bollinger jedenfalls wird weiter für das Überleben der Tiere kämpfen.

Borneo Orangutan Survival Schweiz: www.bos-schweiz.ch

Berner Zeitung

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