EWB will 20 Ladestationen bauen

Das Energieunternehmen EWB plant, das Netz an Ladestationen für Elektroautos in der Stadt Bern zu verdichten. In diesem Jahr ist die Errichtung von zwanzig Stationen vorgesehen.

Unter Strom: Ladestationen werden in Bern bei immer mehr öffentlichen Parkplätzen zu sehen sein.

(Bild: Beat Mathys)

Stefan Schnyder@schnyderlopez

Der Präsident ist ein Vorreiter: Franz Stampfli, Verwaltungsratspräsident des Stadtberner Energieunternehmens EWB, fährt ein Elektroauto. Standesgemäss ist es ein Tesla, das meistverkaufte Elektroauto in der Schweiz. Und er ist damit sehr zufrieden.

Zwar sind die meisten Schweizer Autokäufer in Sachen Elektro­autos immer noch zurückhaltend: Nur rund ein Prozent der verkauften Autos hatten im vergangenen Jahr einen Elektroantrieb. Doch Stampfli und EWB-Chef Daniel Schafer wollen in diesem Bereich vorwärts­machen.

«Wir planen im laufenden Jahr den Bau von zehn bis zwanzig neuen Ladestationen», erklärte Schafer am Montag bei der Präsentation der Jahreszahlen. Das Ziel wird im Geschäftsbericht wie folgt beschrieben: «In enger Zusammenarbeit mit der Stadt soll ein Netz von öffentlichen und halböffentlichen Ladestationen entstehen.» Das Gebiet umschreibt EWB mit Stadt und Region Bern.

Wie viele zusätzliche Lade­stationen EWB bis Ende Jahr effektiv betreiben wird, hängt laut Schafer stark davon ab, wie rasch das Unternehmen die Baube­willigungen erhalten wird. Als Standorte kommen vor allem öffentliche Parkplätze infrage.

Mit der Initiative setzt EWB auch einen Auftrag der Stadt Bern um, der Alleinaktionärin des Energieunternehmens. In der neuen Eignerstrategie ist explizit festgehalten, dass der Betrieb eines Netzes von Lade­stationen eine Aufgabe von EWB ist.

Unternehmenschef Daniel Schafer will beim Aufbau des Netzes indes nichts überstürzen. «Der Umbau des Wagenparks braucht seine Zeit. Wir werden sicher keine Ladestationen auf Vorrat hinstellen», betont er.

Anschluss an Schweizer Netz

Für die Besitzer von Elektroautos ist es wichtig, dass sie ihren Wagen auch ausserhalb der Region laden können. Aus diesem Grund hat sich EWB dem Zugangs- und Abrechnungssystem Easy4you angeschlossen.

Dieses wiederum will sich mit dem anderen grossen Anbieter Move, hinter dem die Groupe E steht, zusammenschliessen. So werden den EWB-Kunden künftig schweizweit dreihundert Ladestationen zur Verfügung stehen.

Für Einfamilienhausbesitzer wird die Eigenproduktion von Strom für das Elektroauto immer mehr zu einem Thema. Auch solchen Kunden will EWB künftig eine Lösung anbieten können. Und wenn immer möglich aus einer Hand. «Doch in der Stadt Bern ist dies nicht der typische EWB-Kunde», räumt Schafer ein.

Ladestationen in Quartieren

Mengenmässig viel stärker ins Gewicht fallen dagegen die Vielzahl von Autos, die über Nacht in den Quartierstrassen parkiert werden. Auch diesen Autofahrern will Schafer mittelfristig eine Lösung anbieten. Eine Gedanke ist, die Strassenlaternen über ein intelligentes System anzuzapfen. Doch technologisch gibt es hier noch einige Probleme zu lösen.

Da die Zahl der Elektroautos wohl auch in den nächsten Jahren nicht exorbitant wachsen wird, stellt deren zusätzlicher Strombedarf für EWB noch keine Herausforderung dar. «Unsere Produktionskapazitäten sind gross genug, um die zusätzliche Stromnachfrage von Elektroautos decken zu können», betont Daniel Schafer. Selbst wenn das Atomkraftwerk Gösgen, an dem EWB einen Aktienanteil von acht Prozent hält, vom Netz geht.

Entsprechend hat sich EWB auch gegen einen Kauf von Be­teiligungen an Wasserkraftwerken entschieden, die der Oltner Stromkonzern Alpiq im vergangenen Jahr im Paket zum Kauf angeboten hatte.

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