Die «Tätschmeischter» tüfteln am perfekten Burger

Köniz

Fabrice Haldemann und Christian Probst haben ihren Job an den Nagel gehängt und versuchen sich nun als Imbissstand-Betreiber in Köniz. Den «Tätschmeischtern» ist dabei eines wichtig: Keinen 08/15-Fastfood zu produzieren.

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Michael Bucher@MichuBucher

Die Sonne scheint in voller Pracht, während sich beim Bläuackerplatz in Köniz langsam der Duft frisch gebratener Hamburger breitmacht. Dieser kommt aus dem Imbissstand von Fabrice Haldemann und Christian Probst. Die beiden 30-jährigen Kollegen grillen mitten in Köniz jeden Mittwochmittag ihre selbstgemachten Hamburger und bieten sie hungrigen Passanten an.

«Heute haben wir wieder einmal Wetterglück», meint Fabrice Haldemann aus Bern während er die ersten drei Burger vor sich brutzeln lässt. In den letzten Wochen war das nicht der Fall. «Bei Regen gehen die Leute an unserem Stand vorbei und essen im Migros- oder im Coop-Restaurant, nebenan», so Haldemann. Deshalb hoffen die beiden nun auf regen Zulauf.

Mehr Standorte in Planung

Es ist das fünfte Mal, dass die zwei Hamburger-Fans mittwochmittags in Köniz ihre Eigenkreationen anbieten. «Wir befinden uns noch am Anfang dieses Projekts», sagt Haldemann. «Tätschmeischter» nennen die beiden sich und ihr Imbissangebot. Eine GmbH haben sie bereits gegründet, in zwei Wochen findet man die Hobby-Köche auch online unter www.tätschmeischter.li.

Im Moment beschränkt sich ihr Imbissnagebot zeitlich auf den Mittwochmittag und geografisch auf den Bläuackerplatz in Köniz. Die «Tätschmeischter» aus der Region wollen in naher Zukunft jedoch expandieren. «Unser Ziel wäre es, an jedem Wochentag irgendwo anders unsere Burger anzubieten», sagt Christian Probst, der in Schliern wohnt.

Fleisch aus dem Piemont

Mittlerweile ist es halb 12 Uhr und der erste Kunde des Tages erscheint. Dominic Ueltschi aus Schliern kennt die zwei «Burger-Könige» und will nun erstmals eine Kostprobe ihrer Grillkünste nehmen. Nachdem der 30-Jährige die Hälfte des Burgers verdrückt hat, hat er vor allem Lob für das «ordentliche Stück Fleisch» übrig, das da zwischen einem Silserbrot eingeklemmt ist. Silserbrot und Fleisch von piemontesischen Rindern aus Schweizer Haltung sind denn auch zwei Punkte, welche die «Tätschmeischter»-Burger von Fast-Food-Produkten à la McDonald's oder Burger King abheben soll.

Doch das ist noch nicht alles. Auch die dazugehörigen Saucen fertigen Haldemann und Probst selbst an. Bei ihrem Standard-Burger, dem «Tätschmeischter-Burger», wäre das eine Specktartare-Sauce und Quittensenf. Lange haben die beiden daran getüftelt, wie die beiden erzählen. Daneben gibts ein regelmässig wechselndes Angebot. An diesem Mittwoch ist es der «Ouguscht-Burger» - verfeinert mit Hobelkäse und einer Tomaten-Speck-Sauce. Beide gibts für 10 Franken.

Job gekündigt und umdisponiert

Die zwei Standbetreiber sind lediglich Hobbyköche. Bis vor kurzem arbeitete Christian Probst bei der Post, Fabrice Haldemann als Automechaniker. Nach mehreren Ausflügen in die USA und deren Hamburger-Kult beschlossen die beiden, selbst aktiv zu werden. Sie hängten ihren Job an den Nagel, erwarben günstig einen Imbissstand auf Rädern und begannen an verfeinerten Hamburger-Variationen zu tüfteln.

«Manchmal muss man im Leben etwas riskieren», sagt Christian Probst. Kann sein, dass ihr Projekt nicht fruchtet, «doch immerhin haben wirs probiert», meint er. Betreiben wollen sie den Stand sowieso nur von Mai bis Oktober. Während den kalten Herbst- und Wintertagen wollen die zwei einer anderen Arbeit nachgehen.

«Kein 08/15-Burger»

Bei den letzten Standaktionen seien um die 30 Leute gekommen, sagt Fabrice Haldemann. Er hofft, dass es noch etwas mehr werden. Die bald zu Ende gehenden Schulferien und das bessere Wetter könnte ihnen dabei in die Hände spielen. Mittlerweile ist es 12:30 Uhr. Die «Tätschmeischter» locken nun immer mehr hungerndes Volk an. Acht Leute - vorwiegend junge Erwachsene - reihen sich vor dem Stand auf. Unter ihnen sind auch Rodolfo Krebs aus Thun und Lukas Melliger aus Münchenbuchsee. Auch ihnen schmeckt der Burger: «Ich bin begeistert. Das ist definitiv kein 08/15-Burger», konstatiert der 30-jährige Rodolfo Krebs. Die beiden werden definitiv wieder kommen.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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