Die Stände und Beizen dürfen bis 2 Uhr offen bleiben

Bern

Die nächtlichen Heimkehrer dürfen dieses Jahr in Wabern länger Bratwurst und Bier kaufen. Und neu können auch die Wirte bis 2 Uhr nachts Gäste bedienen. Der Statthalter lockert die strengen Vorgaben der letzten Jahre.

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Gute Nachricht für Festivalbesucher und Gewerbler. Die Standbetreiber bei der Tal- und Mittelstation in Wabern dürfen neu bis 2 Uhr ihre Waren anbieten, am Sonntag bis 22 Uhr. Nicht nur das. Auch die zwölf Restaurants zwischen Talstation und Eichholz können bis 2 Uhr geöffnet bleiben: Dies erlaubt der Statthalter, «um die Gleichbehandlung der Anbieter zu gewährleisten», wie er mitteilt. Das Abspielen von Musik im Freien ist hingegen nach wie vor nur bis 22 Uhr gestattet. Dies betrifft vor allem die Güsche-Bar bei der Mittelstation. Das Gurtenfestival findet vom 14. bis 17. Juli statt.

Mader eckte mit Monopol an

Weil sich viele Anwohner über Lärm beklagten, galt 2008 erstmals eine sehr restriktive Regelung. Waren die Stände vorher rund um die Uhr offen, durften sie damals nur noch von 8 bis 20 Uhr Kunden bedienen. Und: Statthalterin Regula Mader erteilte ausschliesslich der Festivalorganisatorin Appalooza eine Standbewilligung für Wabern. «Lärm- und Abfallquellen» ausserhalb des Festivalgeländes würden so zurückgebunden und die Nächte der Anwohner ruhiger, begründeten die Behörden. Dies sorgte bei Gewerblern und Festivalbesuchern für rote Köpfe. 2009 wurde das Monopol dann wieder aufgehoben, und die Stände durften zumindest bis 22 Uhr offen bleiben.

Letztes Jahr wurden die Öffnungszeiten der Stände in Wabern und der Güsche-Bar wieder etwas ausgedehnt. Damit habe man gute Erfahrungen gemacht, teilt Statthalter Christoph Lerch mit: Letztes Jahr haben sich alle Gewerbler an die Auflagen gehalten. Daher hat er zusammen mit der Könizer Gewerbepolizei vereinbart, die Öffnungszeiten versuchsweise nochmals etwas zu lockern.

«3.30 Uhr wäre besser»

Nächstes Jahr wird wieder verhandelt. Denn die Öffnungs- und Schliessungszeiten der Betriebe auf der Hauptzugangsachse zum Gurtenfestival werden jährlich neu festgelegt. Letztes Jahr wurde sieben Betrieben eine Bewilligung erteilt. Für dieses Jahr liegen noch keine Gesuche vor. Eines einreichen wird Battista Raviele, der Wirt der Brauerei. Er zeigt sich erfreut über das Schreiben des Statthalters, das er gestern erhalten hat, sagt aber: «Eine Bewilligung bis 3.30 Uhr wäre besser.» Denn die hungrigen und durstigen Festivalbesucher pilgern vor allem nach 2 Uhr auf ihrem Nachhauseweg an seinem Restaurant vorbei. Noch längere Öffnungszeiten? Für die direkteste Anwohnerin, Elisabeth Kislig, wäre auch das kein Problem. Dies, obschon die 87-Jährige als Bauerntochter auf dem Land aufgewachsen ist. «Ich habe mein Schlafzimmer im hinteren Raum eingerichtet, der Lärm weckt mich nicht», sagt Kislig.

Berner Zeitung

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