Die Stadtnomaden müssen nach Riedbach – trotz wuchtigem Nein aus Bümpliz

Bern

Die Stadtberner Stimmbevölkerung hat entschieden: 54 Prozent haben den Zonenplan Riedbach angenommen. Damit entsteht im Westen von Bern eine Zone für Wohnexperimente.

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Ralph Heiniger

Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) war sichtlich zufrieden, als er gestern Nachmittag den Medien im Erlacherhof Red und Antwort stand. «Dieses Resultat ist eine Bestätigung der Politik des Gemeinderats und des Stadtrats», so Tschäppät.

Die Vorlage zum Zonenplan Riedbach wurde mit 19'163 Ja-Stimmen – bei 16'207 Nein-Stimmen – angenommen. Die Stimmbeteiligung lag bei 44 Prozent. Mit diesem Entscheid hat die Stadt Bern eine gesetzliche Grundlage für eine Wohnzone mit Hütten und Wohnwagen geschaffen. Im äussersten Westen entsteht auf 6000 Quadratmetern Landwirtschaftsland eine Zone für Wohnexperimente. Im Vorfeld war vor allem vom Verein Alternative – besser bekannt unter dem Namen Stadtnomaden – als Nutzer dieser Zone die Rede, grundsätzlich kann sich künftig aber jeder, der alternativ leben möchte, in dieser Zone nieder-lassen.

Null-Toleranz für Alternativen

Die Stadt Bern, die Burgergemeinde und der Kanton würden den Stadtnomaden keine anderen Standplätze mehr zur Verfügung stellen, sagte Alexander Tschäppät an der Medienkonferenz. «Es gilt Null-Toleranz für andere Plätze auf dem Land von Stadt, Burger oder Kanton.» Das Rotationsprinzip, nach welchem die Stadt die Stadtnomaden in den letzten Jahren alle drei Monate umsiedelte, ist vorbei. Noch bis Anfang November steht den Stadtnomaden der Standort auf dem Schermen-Areal zur Verfügung. Anschliessend können sie sich für drei Monate auf dem Viererfeld in der hinteren Länggasse niederlassen. Im Frühling 2014, so hofft die Stadtregierung, werden die Arbeiten für die Erschliessung der Zone für Wohnexperimente abgeschlossen sein. Die Stadt Bern wird die 240'000 Franken, welche diese Erschliessung kostet, vorschiessen. Es ist aber vorgesehen, dass die Bewohner der Zone diese Kosten wieder zurückzahlen.

Klares Nein aus Bümpliz

Nur der Stadtteil Bümpliz-Oberbottigen hat die Zone für Wohnexperimente deutlich verworfen. 74 Prozent der Stimmberechtigten legten dort ein Nein in die Urne. Dies sei ein Wermutstropfen, sagte der Stadtpräsident an der Medienkonferenz. «Aber ein betroffenes Quartier hat immer die Tendenz, dagegen zu sein.» Das habe sich zum Beispiel auch bei der Abstimmung zur Überbauung auf dem Viererfeld in der Länggasse gezeigt.

Er nehme die Ängste und Sorgen im Westen der Stadt ernst, betonte Alexander Tschäppät. Gleichzeitig äusserte er sich überzeugt davon, dass die Zone für alternative Wohnformen in Riedbach keinerlei negativen Auswirkungen für die Bevölkerung haben werde. «Der Westen wird – ausser vielleicht zweier oder dreier Anwohner – von dieser Zone nichts merken», so Tschäppät.

Berner Zeitung

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