Die Park-Beiz fürs ganze Jahr ist vorerst vom Tisch

Liebefeld

Bald startet die Bar Campo im Liebefeld in ihre zweite Saison. Ein fixes Restaurant wird es im Park noch länger nicht geben. Nachdem das Parlament letztes Jahr das Projekt eines Unternehmers abgelehnt hat, liegt die Idee auf Eis.

So wird es im Liebefeldpark noch einige Zeit aussehen. Die Bar Campo startet bald in ihre zweite Saison.

So wird es im Liebefeldpark noch einige Zeit aussehen. Die Bar Campo startet bald in ihre zweite Saison.

(Bild: Andreas Blatter)

Lucia Probst

Sie sorgt mitten im Liebefeld für Italianità: die Bar Campo im Park. Im April wollen die Betreiber sie wieder öffnen. Es ist ihre zweite Saison. «Sie sollen in aller Ruhe arbeiten können», sagt die Könizer Gemeinderätin Rita Haudenschild (Grüne). Dass es neue Pläne für ein fixes, ganzjähriges Restaurant im Liebefeldpark geben könnte, müssen sie vorerst nicht befürchten.

Letzten Sommer waren plötzlich solche Pläne aufgetaucht: Es wurde öffentlich, dass Investor René Lanz und seine MLG Immobilien AG im Park ein Restaurant bauen möchten. Das Parlament aber beäugte das Projekt dann sehr kritisch. Es lehnte den Antrag des Gemeinderats ab, Lanz das Terrain im Baurecht abzugeben. Unter anderem, weil ein Stück Land für Parkplätze geopfert worden wäre. Vielen ging es aber auch einfach zu schnell. Deshalb verlangten sie weitere Abklärungen.

Neustart ab 2018

Nun wird man «bei null anfangen», wie Haudenschild ausführt. Ein runder Tisch soll «seriös klären», wie der Restaurantbetrieb im Park in Zukunft aussehen soll. «Ich werde das aber nicht mehr angehen», stellt Haudenschild klar, die Ende Jahr wegen Amtszeitbeschränkung abtreten wird. Vorgesehen sei, dass 2018 die Gruppe mit Vertretern der Gemeinde, der Ortsvereine und Nachbarn reaktiviert werde, die schon den Bau des Parks begleitet hat.

«Es ist gut, wurde das Projekt zurückgewiesen», findet Haudenschild aus heutiger Sicht. So liessen sich nun in einem längeren Prozess die Ansprüche von Gemeinde und Anwohnern klären. René Lanz und die MLG Immobilien AG hätten dies zur Kenntnis genommen. «Es gibt keine Garantie, dass sie wieder aufspringen», sagt Haudenschild.

Für vier Saisons haben die Betreiber der Bar Campo noch einen Vertrag mit der Gemeinde. «So lange können sie auf jeden Fall weitermachen, wenn sie wollen», ist Haudenschild überzeugt. «Wunderbar» hätten sie den ­Betrieb letztes Jahr geführt, schwärmt sie. «Sie machten es so gut, dass viele Leute sie nicht verlieren wollen.»

Tenor eher für Sommerbeiz

Von einem «Glücksfall» spricht auch Markus Kaufmann, Präsident des Liebefeld-Leists. «Im Moment sind wir sehr zufrieden.» Längerfristig sei es aber sicher sinnvoll, zu prüfen, ob eine definitive Lösung besser wäre.

Der Leist hatte einen Ganzjahresbetrieb nicht ausgeschlossen, als ein entsprechender Bau konkret wurde, waren die Mitglieder aber skeptisch: «Wir sind froh, ist das Projekt abgelehnt worden», sagt Kaufmann. «Es hätte nicht zum Quartier gepasst.»

Es gebe zwar immer noch Leute, die für einen Ganzjahresbetrieb plädierten, aber der Tenor gehe insgesamt eher in Richtung Freiluftbetrieb. «Viele fürchten, dass der Ort sonst seinen speziellen Charakter verlieren könnte.» Für Kaufmann ist klar: Die Beiz im Park muss jetzt und auch in Zukunft auf jeden Fall ein Treffpunkt für die Quartierbevölkerung sein.

Berner Zeitung

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