Die International School of Berne ist verkauft

Gümligen

Nun sollte der Weg frei sein, dass der Grosse Rat über einen Beitrag für den neuen Campus der International School in Gümligen befinden kann: Seit Freitag hat die Schule einen neuen Eigentümer.

Direktor Wayne Haugen vor dem jetzigen Campus in Gümligen. Dieser soll ersetzt werden, weil der Platz nicht für alle Schüler ausreicht.

(Bild: Stefan Anderegg)

Im Januar wurde es angekündigt, nun ist der Deal über die Bühne: Die International School of Berne (ISB) hat seit gestern einen neuen Besitzer. Die Safanad Holding, eine international tätige Investmentfirma, hat die Schule mit anderen Teilen der bisherigen Mutterfirma K12 abgekauft. Die Schule wird in ein neues Subunternehmen der Safanad, die Pansophic Learning, überführt.

Die nun geklärten Besitzverhältnisse sollten möglich machen, dass der Grosse Rat des Kantons Bern über einen Kredit zugunsten der ISB befinden kann. Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher hatte im November beantragt, der Schule einen Beitrag von 5 Millionen Franken an den geplanten Campusneubau auf dem Siloah-Areal zu sprechen. Die Finanzkommission wollte nicht so viel Geld ausgeben und stellte den Antrag, 3 Millionen Franken an Kantonsgeldern zu bewilligen. Traktandiert war das Geschäft für die Januarsession (wir berichteten). Die Volkswirtschaftsdirektion zog es zurück, da erst die Besitzverhältnisse der Schule geklärt sein sollten, damit der Kanton über einen Beitrag befinden kann.

Baubeginn im Herbst?

Margrit Schürch, Verwaltungsdirektorin der ISB, hofft, dass der Kredit in der Septembersession des Grossen Rats traktandiert werden kann. Sie hat in den letzten Monaten den Kanton laufend über die Entwicklung des Verkaufsgeschäfts orientiert. Nachdem nun die Besitzverhältnisse geklärt seien, sollten nur noch abschliessende Fragen offen sein, die in der nächsten Zeit geklärt werden könne.

Auf dem Gebiet Siloah-Süd, wo der neue, einstöckige Campus zu stehen kommt, wird derzeit die Erschliessungsstrasse gebaut. Bis im Herbst sollten die Arbeiten abgeschlossen sein. Wird bis dann über den Kantonsbeitrag entschieden, fällt der Startschuss für den Neubau. Falls nicht, verzögern sich die Arbeiten weiter, weil: «Ohne den Beschluss des Grossen Rates beginnen wir nicht», sagt Schürch. In dieser Frage seien sich alle Beteiligten einig.

«Vorteilhafter Verkauf»

Was aber ändert sich für die ISB durch die neue Besitzerin? Nicht viel, wie Bruce Davis, Verwaltungsratspräsident der ISB AG, versichert. Davis selbst war bisher für die K12 tätig und wird seine Funktion auch in der neuen Firma beibehalten. Der Verkauf sei erfolgt, weil die K12 sich auf ihr Kerngeschäft in den Vereinigten Staaten konzentrieren wolle – deshalb habe sie Teile ihrer internationalen Zweige verkauft. «An den Plänen für die ISB ändert sich nichts», versichert Davis. Die neue Mutterfirma sei für die ISB vielmehr vorteilhaft, weil die neue Organisation explizit auf internationales Lernen ausgerichtet sei. Die ISB bietet das International Baccalaureat an, eine Ausbildung, die weltweit gleich angeboten wird und deshalb ideal für Expats ist, die selten lange am selben Ort leben.

Ein weiterer Pluspunkt sei, so der Verwaltungsratspräsident, dass die neue Mutterfirma vorhabe, in andere internationale Schulen zu investieren. Safanad besitzt bereits eine Reihe von Privatschulen – Davis stellt sich vor, dass künftig Kooperationen oder Austausche von Lehrpersonen oder Schülern stattfinden könnten. Auch gebe es Möglichkeiten, von anderen Schulen profitieren zu können, beispielsweise im Bereich Onlineunterricht. Die ISB werde aber eine Schule mit Lehrpersonen bleiben.

Davis betont, dass sich die neue Besitzerin nicht mit dem Kantonsbeitrag an den Campusneubau bereichern wolle. «Das Geld fliesst in die Einrichtung, im neuen Campus ist die ISB Mieterin und nicht Besitzerin.» Aber: «Die ISB ist auch für den Kanton wichtig, damit sich Unternehmen in Bern ansiedeln und den Standort stärken.»