Die Idee «Jugendbewilligung» ist in Zürich gut gestartet

Bern

Seit April können in Zürich Jugendbewilligungen beantragt werden, um eine Party im öffentlichen Raum legal zu veranstalten. Die Stadt Zürich hat bis anhin positive Erfahrungen damit gemacht. Der Gemeinderat prüft, ob in Bern ein Konzept in ähnlichem Format gelten könnte.

Tanzen mit Bewilligung: Die Berner Jugend kann vielleicht auch bald Anträge stellen, um legal im Freien zu feiern.

Tanzen mit Bewilligung: Die Berner Jugend kann vielleicht auch bald Anträge stellen, um legal im Freien zu feiern.

(Bild: Jürg Spori)

Jugendliche demonstrieren nicht nur in Bern für mehr Rechte und ein breiteres Angebot im Nachtleben. Auch in anderen Städten kommt es zu Phänomenen wie jenen der nächtlichen Partys. Der Berner Gemeinderat will nun vereinfachte Bewilligungen für Outdoor-Partys prüfen.

Zürichs Regelung könnte als Beispiel für Bern dienen. Die Zürcher Regierung hat Anfang April die sogenannte Jugendbewilligung für Anlässe im Freien eingeführt. Sie kann von Zürcher Jugendlichen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren für Festanlässe beantragt werden. Damit werde der Forderung der Jungen Rechnung getragen, mehr Freiraum für (nicht kommerzielle) Feste zu haben. Das Pilotprojekt ist bis anhin gut gestartet, das Polizeidepartement der Stadt Zürich hat seit der Lancierung vor sechs Wochen nach eigenen Angaben durchs Band «positive Erfahrungen» gesammelt.

Positive Reaktionen

Hintergrund der Jugendbewilligung sind vermehrte Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und feiernden Jugendlichen in Zürich in den letzten Jahren. Letzten Herbst spitzte sich die Lage zu: Einmal eskalierte eine Outdoor-Party beim Bellevue, ein andermal kam es beim Central zu grösseren Auseinandersetzungen zwischen Polizei und jugendlichen Partygängern. Die Stadt reagierte vor rund sechs Wochen mit der Einführung der Jugendbewilligung.

Elf Gesuche, sieben Bewilligungen

Laut Alexandra Heeb, der Delegierten für Quartiersicherheit des Polizeidepartements Zürich, ist die Pilotphase des Projekts sehr gut gestartet: «Wir haben bis anhin elf konkrete Gesuche und einige lose Anfragen erhalten.» Nach sechs Wochen handle es sich jedoch nur um erste Erfahrungen, sagt Heeb.

Von den elf Gesuchen wurden sieben bewilligt und zwei abgelehnt, weitere zwei sind noch in Bearbeitung. «Eines der Gesuche, die abgelehnt wurden, kam von der Juso. Sie wollten ihr Fest mitten in der Stadt feiern. Das ging natürlich nicht. Das andere wurde von einem Veranstalter gestellt, der sich nicht an die Auflagen gehalten hat und eine kommerzielle Party durchführen wollte», informiert Heeb.

Eingereicht wurden die Anträge bis jetzt primär von Leuten, die die Partys sonst wohl illegal durchgeführt hätten. Vier der sieben bewilligten Feste fanden bereits statt: «Die Jugendlichen haben nach den Festen immer gut aufgeräumt und sich an die Regeln gehalten.»

Die anderen drei Outdoor-Partys wurden wegen schlechten Wetters verschoben. Um eine Bewilligung zu erhalten, müssen die jungen Organisatoren in Zürich diverse Regeln einhalten. Beispielsweise muss der Organisator den Behörden bekannt sein. Die Partys dürfen nicht kommerziell sein, es dürfen maximal 400 Personen am Fest teilnehmen, der Abfall muss selbst weggeräumt werden, und übermässige Lärmemission müssen vermieden werden.

Auch darf nicht über eine Social-Media-Plattform wie etwa Facebook für den Event geworben werden.

Berner Zeitung

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