Die Einwegboote bleiben oft in der Aare

Bern

Im Stauwehr Matte sammelt sich täglich Müll an. Neuerdings fischt Energie Wasser Bern immer mehr Einwegboote aus der Aare. Doch auch Kuriositäten wie ein Kühlschrank enden im Rechen.

Mit einem Kran hebt Kraftwerksleiter Peter Bürki grosses Schwemmholz beim Stauwehr Matte aus der Aare.

Mit einem Kran hebt Kraftwerksleiter Peter Bürki grosses Schwemmholz beim Stauwehr Matte aus der Aare.

(Bild: Beat Mathys)

Trotz immer kühler werdenden Temperaturen in den vergangenen Tagen schwimmen und bööteln täglich noch zahlreiche Personen in der Aare. Mit ihnen treibt auch viel Abfall: Im Stauwehr Matte kommen jährlich gut 250 Tonnen an Schwemmholz und Ghüder zusammen. Das entspricht einer Menge von 50 Mulden. In einem Sieb wird sämtlicher Müll aufgefangen und anschliessend entsorgt.

«Der Inhalt der Mulden wird sortiert und recycelt», so Alexandra Jäggi, Mediensprecherin von Energie Wasser Bern (EWB). Das Kraftwerk wird seit 1891 vom städtischen Energieunternehmen betrieben. Mindestens alle zwölf Stunden setzt sich der Rechen in Gang, fährt von links nach rechts und reinigt dabei das Sieb. Grosses Schwemmholz wird mit einem Kran aus der Aare gehoben, ansonsten verläuft laut Jäggi die Reinigung automatisch.

Viel Müll bei Sonnenschein

«War ein sonniges Wochenende, sehen wir das dem Müll an», sagt Jäggi. «Dann landen im Stauwehr zahlreiche Abschrankungen von Baustellen, die meist Vandalen in die Aare schmeissen, natürlich auch viele Bierdosen.» Laut Jäggi werden neuerdings immer mehr Einwegboote in der Aare gelassen. «Mit den gefundenen Paddeln könnte man eine ganze Regatta ausstatten», sagt sie.

Im Ghüder befindet sich manch ein Gartenstuhl und nicht selten ein Tierkadaver. Auch Kuriositäten landen im Rechen. «Erst kürzlich haben wir einen Kühlschrank aus der Aare gehoben», sagt Alexandra Jäggi. «Dieser wurde zur Kühlbox umgebaut. Ob er hineingefallen ist oder in der Aare entsorgt wurde, wissen wir nicht.»

Der gesammelte Abfall kommt EWB teuer zu stehen. «Pro Mulde, die entsorgt werden muss, zahlen wir rund 1000 Franken», so Jäggi.

EWB und Polizei als Team

Laut Schweizerischer Lebensrettungsgesellschaft ertrinkt in der Region Bern durchschnittlich ein Mensch pro Jahr in der Aare. Meist wird die Kraft des Flusses unterschätzt. «Falls wir eine Person im Stauwehr vorfinden, alarmieren wir die Polizei», sagt Jäggi. «Inzwischen sind EWB und Polizei in solchen Fällen ein eingespieltes Team.»

Berner Zeitung

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