Der neue kulturelle Hauptsitz in der Hauptstadt

Direkt gegenüber vom Stadttheater hat am Dienstag das etwas andere Kulturlokal in Bern seine Tore geöffnet. Der «Hauptsitz» ist ein Raum, der von seinen Nutzern selber durch eine Patenschaft finanziert wird, damit dort Kultur stattfinden kann.

Die Macher des Hauptsitzes vor ihrem neuen Raum an der Grabenpromenade: Till Könneker, Sarah Glauser und Raphael Urweider.

Die Macher des Hauptsitzes vor ihrem neuen Raum an der Grabenpromenade: Till Könneker, Sarah Glauser und Raphael Urweider. Bild: Rob Lewis

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In Zeiten von nicht abreissenden Kürzungen und Streichungen von kulturellen Subventionen hat am Dienstag mitten in der Stadt ein neuer Kulturraum eröffnet. Der Hauptsitz ist jedoch weder ein neues Sous Soul, ein weiteres Schlachthaus, noch eine Zwischennutzung. Das Konzept besteht darin, dass der Raum an der Grabenpromenade von seinen Nutzern als Paten selber getragen werde und ihnen dafür als Arbeitsplatz, kulturellere Diskussionplattform oder einfach als Ort zum Verweilen offenstehe.

«Heute morgen hat bereits eine Frau vorbeigeschaut, die sich für eine Patenschaft interessiert. Und Ändu, ein Pate der ersten Stunde sitzt bereits hier und arbeitet für sich», freut sich Sarah Glauser. Sie ist für die Leitung und die Organisation des Hauptsitzes zuständig und betreut den Raum jeweils von Dienstag bis Donnerstag. Zusammen mit dem Künstler, Grafiker und Unternehmer Till Könneker und dem Schriftsteller, Regisseur und Musiker Raphael Urweider gehört sie zum Hauptsitz-Team und ist gespannt auf die Entwicklung der neuen Idee.

Nebst Arbeitsplätzen, Adriano' Kaffee und Gameboys biete der Hauptsitz noch einiges mehr. Einmal im Monat findet ein öffentlicher kultureller Anlass statt. Aber auch hier haben sich die Macher etwas Spezielles einfallen lassen. Das Programm wird vorher nicht veröffentlicht, sondern sozusagen als kulturelles Blind Date angekündigt. «Damit wollen wir erreichen, dass bei einer Lesung nicht nur Leute kommen, die sowieso immer zu Lesungen gehen. Wir überzeugt sind, dass nur ein heterogenes Publikum ohne konkrete Erwartungshaltung wirklich offen für Neues ist. Eine gute Überraschung ist immer schöner als eine erfüllte Erwartung», erklärt Sarah Glauser das Konzept.

Kulturelles Blind Date

Um nicht in die Sous Soul-Falle zu tappen, finden alle Anlässe unverstärkt statt. Willkommen für einen Auftritt sind gestandene Berner Künstler, aber auch Newcomer. «So kann es passieren, dass man plötzlich an einem Unplugged-Konzert von Büne Huber landet oder unverhofft eine neue Perle aus der Stadt Bern entdeckt,» erzählt Glauser und lässt damit Raum für Spekulationen offen, was da wohl an der Grabenpromenade noch so alles entsteht.

Der Hauptsitz ist jeweils von Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Die Patenschaften sind auf 100 limitiert. Am 5. September feiert der Hauptsitz mit dem ersten Kultur Blind Date seine Eröffnung.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.08.2013, 18:37 Uhr

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