Der heimliche Star

Bern

Offiziell ging es um eine Tangentiallinie. Den neuen Elektrobus konnte das Verkehrsunternehmen aber nicht ausblenden.

Den neuen Bus – hier beim Laden in Köniz Weiermatt – gabs am Freitag erst mal per Twitter.<p class='credit'>(Bild: Bernmobil)</p>

Den neuen Bus – hier beim Laden in Köniz Weiermatt – gabs am Freitag erst mal per Twitter.

(Bild: Bernmobil)

Die Freude in den Nachrichten ist gut zu spüren. «Mit der Lieferung des ersten Elektrogelenkbusses bricht für Bernmobil ein neues Buszeitalter an», twitterte das Verkehrsunternehmen im November. «Die Testfahrten inklusive das Laden der Batterien sind erfolgreich verlaufen», schob es Am Freitag nach.

Beide Male machte es auf die grosse Innovation aufmerksam, die diesen Winter in der Agglo Bern Einzug halten soll. Auf der Linie 17 von Bern Bahnhof nach Köniz fahren künftig elektrische Busse ohne Oberleitung. Den Strom beziehen werden sie von der neu aufgebauten Ladestation am Endhalt Köniz Weiermatt.

Verbindung nach Brünnen

Ebenfalls am Freitag stellte Bernmobil den Medien die wichtigsten Neuerungen im neuen, ab Sonntag gültigen Fahrplan vor. Der freudvoll begrüsste Bus war indes – zur Enttäuschung etlicher Anwesender – kein Thema. Man werde das neue Fahrzeug erst am 20. Dezember offiziell in Betrieb nehmen, kündigte Sprecher Rolf Meyer an. Wenn nach all den Tests ein zuverlässiger Betrieb zu erwarten sei.

Am Medientermin ging es vielmehr um den neuen, noch konventionell betriebenen 22er-Bus. Er verbindet Kleinwabern via Köniz und Niederwangen mit Bern-Brünnen. Mit ihm schafft Bernmobil eine neue Tangentiallinie, die über weite Strecken dem heutigen 29er-Bus folgt, unterwegs aber ein paar Umwege durchs Quartier auslässt und ab Niederwangen sogar gänzlich neues Terrain befährt. Er wird auch das heutige Angebot auf der Linie 29 verdichten.

Der Könizer Gemeinderat Christian Burren (SVP) setzt grosse Hoffnungen in das neue Angebot. Er wies darauf hin, dass die Linie 22 in Bern-Brünnen wie auch in Niederwangen die Züge aus der Westschweiz abnehmen wird. Pendler aus dieser Richtung müssten künftig nicht mehr über das Stadtzentrum fahren, wenn sie ihre Arbeitsplätze in Köniz, dem Liebefeld und in Wabern erreichen wollen.

Gleichzeitig machte Burren klar, dass die Anschlüsse auch wirklich klappen müssen. Gerade in Niederwangen war dies bislang immer nicht der Fall. Bernmobil plant deshalb fürs Umsteigen etwas mehr Pufferzeit ein. Der Politiker kündigte weiter an, dass er mittelfristig auch auf einen Halt der schnellen Regioexpresszüge hinwirken will. Damit noch mehr Pendler nicht über das Berner Stadtzentrum fahren müssen.

Am Wochenende verlängert Bernmobil zudem die Linie 31 von Niederwangen bis zum Europaplatz weiter bis an die Brunnadernstrasse. Das Unternehmen schafft so eine weitere Tangentiale. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass zwischen dem Eigerplatz und der Brunnadernstrasse, wo heute bereits die Linie 28 verläuft, der Takt verdichtet wird.

Doch noch eine Begegnung

Und der Elektrogelenkbus? Der heimliche Star tauchte auf der Rückfahrt vom Medientermin doch noch auf. Im Hirschengraben kreuzte er unvermittelt den normalen Linienverkehr, genau: Nach den ersten Tests stehen nun Versuchsfahrten mit Publikum an.

Berner Zeitung

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