Der Wohlensee wird zum ­Heizen angezapft

Hinterkappelen

Energie 360° hat entschieden, den Wärmeverbund für den Kappelenring zu realisieren. Ein «Freudentag» für den Wohlener Gemeinderat.

Der Kappelenring als kompakte Überbauung ist prädestiniert für einen Wärmeverbund.

Der Kappelenring als kompakte Überbauung ist prädestiniert für einen Wärmeverbund.

(Bild: Stefan Anderegg)

Hans Ulrich Schaad

Der Wohlensee dient seit bald 100 ­Jahren zur Stromproduktion. Ab der Heizsaison 2018/2019 liefert er auch Wärme in die Stuben des Kappelenrings. Am Donnerstag hat das Zürcher Unternehmen Energie 360° mitgeteilt, dass es den Wärmeverbund in Hinterkappelen realisieren wird. Die Energie wird aus dem Wasser des Wohlensees gewonnen. Dazu wird bei der ARA Ey eine Wärmezentrale gebaut. Rund 80 Prozent der Wärme würden aus erneuerbaren Energien gewonnen, heisst es in der Mitteilung.

Der CO2 verringere sich um mindestens 3000 Tonnen pro Jahr. Für Bedarfsspitzen und um die Versorgung zu garantieren, umfasst die Zentrale einen Wärmespeicher mit zwei Heizkesseln (Öl). Das Baugesuch wurde im Juli eingereicht. Energie 360° hofft, dass die Baubewilligung für das 14-Millionen-Projekt im November vorliegen wird.

Der Gemeinderat spricht von einem «Meilenstein und Freudentag» für die Energiestadt Wohlen. Der Wärmeverbund Kappelenring sei «ein Leuchtturmprojekt, das weit über die Kantonsgrenzen hinaus strahlen wird». Es zeige, dass die Bevölkerung von Wohlen «nachhaltig denkt und handelt». Die Gemeinde wird mit den Schulan­lagen selber ein grosser Kunde sein.

Es gibt Kritik

Der Wärmeverbund stiess nicht nur auf Wohlwollen, sondern wurde von mehreren Stockwerkeigentümergemeinschaften des Kappelenrings kritisiert. Er sei zu teuer und die Vertragsdauer von 30 Jahren zu lang. Im Juni sorgte eine vom Gemeinderat Wohlen erlassene Planungszone für den Kappelenring für Unruhe. Demnach war es ab sofort verboten, neue Öl- oder Holzheizungen zu installieren.

Diese Massnahme wurde von den Kritikern des Wärmeverbunds als indirekte Hilfe für das Projekt von Energie 360° ausgelegt. Damit seien die Eigentümer quasi gezwungen, sich dem Wärmeverbund anzuschliessen.

Berner Zeitung

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