Der Stadtrat auf dem Schulreisli

St. Petersinsel

Der Stadtratsausflug führte in diesem Jahr aufs Weingut auf der St.Petersinsel. Ausgerüstet mit Badehose und Wein.

Berner Parlament auf Reisen: Stadtratspräsidentin Ursula Marti (SP, rechts im Bild) führte ihre Ratskollegen ins Seeland.

Berner Parlament auf Reisen: Stadtratspräsidentin Ursula Marti (SP, rechts im Bild) führte ihre Ratskollegen ins Seeland.

(Bild: Tobias Habegger)

Tobias Habegger@TobiasHabegger

Sie debattieren im Rathaus regelmässig über die Reitschule. Gestern Mittag trafen sich an die 50 Stadträtinnen und Stadträte für einmal vor diesem umstrittenen Gebäude. Auf der Schützenmatte bestiegen sie den Reisecar, der sie ins Seeland brachte. Der alljährliche Stadtratsausflug stand auf dem Programm. Organisiert hatte die Reise Stadtratspräsidentin Ursula Marti (SP). «In dieser Region bin ich aufgewachsen», sprach Marti im Car ins Mikrofon. Einzig die unsichere Wetterlage machte sie etwas nervös. «Als Stadträte sind wir ja sonnen- und regenfest», beruhigte sie sich selbst.

Während sich linke und rechte Stadträte gegenseitig – nicht ganz ernst gemeint – für die sich anbahnenden Regenwolken verantwortlich machten, setzte sich am Himmel allmählich die Sonne durch. Die Hitze machte dem SVP-Fraktionspräsidenten Roland Jakob beim Fussmarsch auf die St.Petersinsel derart zu schaffen, dass er ein vorbeifahrendes Auto stoppte und den Fahrer um eine Mitfahrgelegenheit bat. Anders als mit vielen Vorstössen im Stadtrat hatte Roland Jakob dabei Erfolg.

FDP-Stadtrat Mario Imhof freute sich derweil sich über die Sonne: «Ich wollte schon immer mal einen Sonnenbrand», sagte er. Und Radiomoderator Luzi Fricker war erleichtert: «Jetzt habe ich die Badehosen nicht vergebens eingepackt.»

Neben Luzi Fricker nahmen drei weitere Journalisten am Stadtratsausflug teil. Selbst langjährige Parlamentarier sprachen diesbezüglich von einem Rekord. «Sind euch die Storys ausgegangen?», foppten diverse Stadträte. Einige Journalisten gerieten in den Verdacht, sie würden am Ausflug teilnehmen, weil in der Stadt Bern Wahljahr sei.

Trotzdem wagte sich eine Handvoll Stadträtinnen und Stadträte mit dem Radiojournalisten Fricker in den Bielersee: Etwa Ueli Jaisli (SVP), Daniel Imthurn (GLP), Christine Michel (GB), Leyla Gül (SP) und Annette Lehmann (SP).

Die anderen vergnügten sich an der Weindegustation beim Rebgut der Burgergemeinde Bern. Mehr als ein Parlamentarier kokettierte dabei mit seiner Trinkfestigkeit. Ursula Marti orientierte die Stadträtinnen und Stadträte, man könne von dem Wein nachträglich ein paar Flaschen bestellen. «Diese Bestellung wickle ich über die Büromaterialzentrale ab», witzelte Manuel C.Widmer (GFL).

Später als die anderen stiess Alexandre Schmidt (FDP) zur Gruppe. «Es ist wie in der Politik, ich rolle das Feld von hinten auf», sagte er. Kaum da, war Schmidt schon wieder verschwunden. Zum Abschied erklärte er: «Sonst liege ich in meinem straff organisierten Tagesprogramm zurück.»

Ein Solarschiff brachte die Stadträtinnen und Stadträte nach Biel. An der Bordbar mussten sie die Getränke aus der eigenen Tasche zahlen. Der Konsum ging deutlich zurück.

Berner Zeitung

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