Bern

Dead-End-Delikt ereignete sich nicht vor der Reitschule

BernDie Kantonspolizei Bern schrieb in einem internen Bericht, die tödliche Auseinandersetzung im Dezember 2016 habe «auf einem Trottoir vor der Reitschule» stattgefunden. Gemäss Polizeichef Willi ist diese Angabe falsch.

In einem internen Bericht schrieb die Kantonspolizei Bern, die tödliche Auseinandersetzung habe «auf einem Trottoir vor der Reitschule» stattgefunden. Das stimmt so nicht. Auf dem Bild: Der Vorplatz der Berner Reitschule.

In einem internen Bericht schrieb die Kantonspolizei Bern, die tödliche Auseinandersetzung habe «auf einem Trottoir vor der Reitschule» stattgefunden. Das stimmt so nicht. Auf dem Bild: Der Vorplatz der Berner Reitschule. Bild: Claudia Salzmann

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Dass die SVP der Stadt Bern die Schliessung der Reitschule fordert, ist nichts Neues. Überraschend war hingegen, dass die Partei diese Forderung am Montag aufgrund eines tragischen Vorfalls bekräftigte, der sich Ende letzten Jahres vor der Notschlafstelle Sleeper ereignet hatte:

Am 4. Dezember 2016 wurde ein Türsteher des dort ansässigen Nachtclubs Dead End bei einem Streit an der Abzweigung Schützenmatt-/Neubrückstrasse so schwer verletzt, dass er drei Tage später starb.

In einer Medienmitteilung hatte die Kantonspolizei damals den Ort der tödlichen Auseinandersetzung genau lokalisiert. In einem internen Bericht fasste sie ihn verkürzt mit «auf einem Trottoir vor der Reitschule» zusammen.

In diesen Bericht erhielt die SVP Einblick, weil sie ein entsprechendes Gesuch gestellt hatte, und forderte daraufhin die Schliessung der Reitschule.

Dass die SVP diese Zuspitzung vornehmen konnte, war ein Fehler der Polizei, wie Manuel Willi, Chef der Regionalpolizei, am Dienstag einen entsprechenden Bericht des «Bund» bestätigte. Im internen Bericht an den Gemeinderat sei die Ortsangabe nicht korrekt.

Wenigstens mit einer Forderung rennt die SVP aber offene Türen ein. Sie verlangt aufgrund der Sicherheitslage «umgehend» Gespräche zwischen den Behörden und der Reitschule. Diese ­Gespräche laufen jedoch bereits unter der Leitung von Alt-Bundesrichter Hans Wiprächtiger.

Das Ziel sei es, dass am Ende die Betreiber der Reitschule und die Kantonspolizei ein besseres Einvernehmen hätten und miteinander im Gespräch blieben, sagt Walter Langenegger, Medienchef der Stadt Bern. «Der Gemeinderat setzte mit der Reitschule in der Vergangenheit auf den Dialog und will das auch weiterhin so handhaben.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 27.06.2017, 20:25 Uhr

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