Das ist der neue Trolleybus von Bernmobil

Bern

Am Freitag gabs in Bern eine Testfahrt mit einem der neuen Trolleybusse, die in zehn Tagen von Bernmobil in Betrieb genommen werden.

Modern, leise und mit Batterie: So sieht der neue Bernmobil-Trolleybus aus.

Berns städtische Verkehrsbetriebe Bernmobil nehmen am 11. Dezember acht neue Trolleybusse in Betrieb, die dank einer Batterie bis zu 30 Kilometer ohne Oberleitung zurücklegen können. Bernmobil kann damit künftig etwa auch am Zibelemärit und bei Demonstrationen Trolley- statt Gas- und Dieselbusse einsetzen.

Bisher sei wegen Anlässen wie dem Zibelemärit, wegen Kundgebungen und wegen Baustellen etwa jeder dritte Kilometer der Bernmobil-Busse mit Gas- und Dieselbetrieb zurückgelegt worden, obwohl Oberleitungen bestanden hätten. Das sagte Bernmobil-Direktor René Schmied. Dies ändert sich nun also.

Mehr Platz für Kinderwagen

Bernmobil stellte am Freitag auf dem Berner Bahnhofplatz einen der neuen Busse den Medien vor. «In die neuen Trolleybusse kann man mit Rollstühlen oder Kinderwagen besser einsteigen und hat mehr Platz», erklärt Schmied. Die Busse verfügten ausserdem über eine Klimaanlage und seien besser gefedert als die alten: «in der Altstadt tschäderet es dann weniger», lacht Schmied.

«Der Bus fährt sich sehr angenehm», pflichtet ihm Trolleybus-Ausbildner Andreas Früh zu: «Er beschleunigt sanft und quietscht nicht mehr beim Bremsen».

Dank den neuen Fahrzeugen komme Bernmobil dem Ziel näher, ausschliesslich mit erneuerbaren Energiequellen wie Wasserkraft zu fahren, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. «Die Stadt Bern möchte einen emissionsfreien öffentlichen Verkehr», sagte am Freitag auch die Berner Verkehrsdirektorin Ursula Wyss. Es gelte nun, in den nächsten Jahren die alten Diesel- und Gasbusse durch strombetriebene Fahrzeuge wie Trams oder Trolleybusse zu ersetzen.

26,5 Millionen Franken für 24 Busse

Bernmobil hat 17 neue Gelenk- und sieben neue Doppelgelenktrolleybusse bei der Herstellerin Carrosserie Hess AG in Bellach SO bestellt. Sie verkehren an Stelle der bisherigen 20 Trolleybusse, die aus Altersgründen ersetzt werden. Ab dem Fahrplanwechsel kommen nun also die ersten acht zum Einsatz. Die weiteren treffen 2018 und 2019 in Bern ein.

Die Gesamtinvestitionssumme beträgt rund 26,5 Millionen Franken. Die neuen Busse werde es auch erlauben, die Buslinie 12 (Längggasse - Zentrum Paul Klee) aus den zentralen Berner Altstadtgassen herauszunehmen und vor dem Bundeshaus zirkulieren zu lassen, wie die Berner Regierungsrätin Barbara Egger sagte. Heute wäre das nicht möglich, weil vor dem Bundeshaus aus ästhetischen Gründen keine Fahrleitungen erlaubt sind.

In Biel ab März

Bernmobil hat die Busse gemeinsam mit den Verkehrsbetrieben Biel ausgeschrieben. In Biel treffen die Busse im März ein, wie der Direktor der dortigen Verkehrsbetriebe (VB), Christophe Kneuss, am Freitag auf Anfrage sagte. Biels VB haben zehn Busse bestellt. Die Batterie der neuen Trolleybusse befindet sich über den Köpfen der Passagiere auf dem Dach. Sie wiegt etwa eine Tonne, wie Hess-Direktor Alex Naef sagte.

sih/flo/sda

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