Weyerli: Das Wasser wird unter Wasser gereinigt

Bern

Das Wasser im Weyerli soll mit einem Filter aus Kies und Sand regeneriert werden, in welchem Mikroorganismen leben. Das biologische System kann unterirdisch sowie ausserhalb des Beckens angelegt werden.

Das Weyerli wird sich mit der neuen Wasseraufbereitungsanlage optisch nicht verändern. Die Fläche und das Inseli bleiben bestehen.

Das Weyerli wird sich mit der neuen Wasseraufbereitungsanlage optisch nicht verändern. Die Fläche und das Inseli bleiben bestehen.

(Bild: Andreas Blatter)

Das Becken im Weyermannshaus entspricht nicht mehr den geltenden Gewässerschutzvorschriften. Bereits vor über zwei Jahren wurden deshalb diverse Varianten geprüft, wie das Wasser im Weyerli möglichst umweltfreundlich und kostengünstig regeneriert werden kann.

Ein Szenario mit neuen, künstlichen Becken wurde aus Kostengründen schnell fallen gelassen. Es hätte 27 Millionen Franken verschlungen. Weiterverfolgt wurde hingegen eine umweltfreundlichere Variante, nämlich das Wasser biologisch und ohne chemische Zusätze aufzubereiten. Diese Lösung wurde mit 8,3 Millionen Franken veranschlagt. Und sie wird bis heute vom Gemeinderat favorisiert.

Variante «Fliessgewässer»

Hochbau Stadt Bern (HSB), die als Baufachorgan sämtliche Hochbauprojekte im Portfolio der Stadt Bern durchführt, hat nun eine Machbarkeitsstudie sowohl für eine konventionelle wie auch für eine natürliche Wasseraufbereitung geprüft. «Nachdem der Gemeinderat die natürliche Aufbereitung favorisiert hatte, wurden die zwei gängigsten Systeme zur biologischen Wasseraufbereitung einander gegenübergestellt», sagt Jennifer Luginbühl, Leiterin Stab bei HSB.

Einerseits war dies die Variante «Stehendes Gewässer». Diese operiert mit einer seeartigen Anordnung mit Wasserpflanzen, Schilfbewuchs und Mikroorganismen, die rund die Hälfte der Beckenfläche einnehmen würde. Anderseits wurde die etwas technischere Lösung «Fliessgewässer» geprüft. Dabei durchströmt das Wasser Filterkörper mit Kies und Sand. Die dort lebenden Mikroorganismen reinigen dabei das Wasser.

Jennifer Luginbühl erklärt, dass in der weiteren Planung nun die Variante «Fliessgewässer» weiterverfolgt wird. Diese sei besser zu kontrollieren, die Filterkörper könnten ausserhalb des Wasserbeckens und teilweise unterirdisch angelegt werden. Die bestehende Weiherfläche bleibt damit bestehen.

In der ersten Hälfte 2016 werde das Vorprojekt präsentiert. Dann soll dem Gemeinderat und dem Stadtrat ein Baukredit vorgelegt werden. Zu den genauen Kosten konnte sich Jennifer Luginbühl nicht äussern.

Die Realisierung des biologischen Systems sei voraussichtlich ab 2019 geplant. Die beiden Varianten «Stehendes Gewässer» und «Fliessgewässer» wurden übrigens in Deutschland und in Österreich besichtigt, wo sie in verschiedenen Projekten im Einsatz sind.

Berner Zeitung

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