«Das Wachstum ist eine Tatsache, es lässt sich nicht wegdiskutieren»

Köniz

Die Könizer SP-Gemeinderätin Katrin Sedlmayer im Interview zum Wachstum von Köniz und wie sie die damit verbundenen Probleme lösen will.

Katrin Sedlmayer (SP) Gemeinderätin in Köniz.

Katrin Sedlmayer (SP) Gemeinderätin in Köniz.

(Bild: Christian Pfander)

Lucia Probst

Katrin Sedlmayer, wenn Sie sich Köniz in 15 Jahren vorstellen, wie sieht es aus? Katrin Sedlmayer: Köniz wird städtischer sein, vor allem in den Gebieten nahe der Stadt Bern. Es wird dort aber auch eine bewusster gestaltete Umgebung vorhanden sein als heute – mit attraktiveren Plätzen und Strassen sowie Grünräumen. Es muss mehr Bereiche geben, wo die Leute sich gerne aufhalten und treffen.

In vielen Agglomerationsgemeinden um Bern ist die Wachstumsskepsis gross – wo spüren Sie diese in Köniz? Wir spürten sie stark beim Nein zum Tram. Und wir spüren sie jetzt vor allem an den Orten, wo wir dichteres Bauen ermöglichen wollen. Darum ist es uns wichtig, zu zeigen, dass Wachstum und Lebensqualität möglich sind.

Trotzdem. Vielen ist es zu viel. Das Wachstum ist eine Tatsache, es lässt sich nicht wegdiskutieren. Unser Ziel ist es, diese Entwicklung möglichst gut aufzufangen. Wir wollen keinen Siedlungsbrei und unsere Grünräume dafür nicht opfern.

Siedlungen nach innen zu verdichten, kommt grundsätzlich gut an, die konkreten Massnahmen dafür aber nur mässig, haben Sie die falschen Ideen? Ich denke nicht. Im Gegenteil. Wir sind innovativ und haben für die Verdichtung von Quartieren Instrumente erarbeitet, die auch für andere Gemeinden interessant sein könnten. Aber es sind Ängste da. Viele können sich nicht vorstellen, wie diese Gebiete künftig aussehen werden.

Was fanden Sie die beste Anregung aus der Mitwirkung? Gefreut hat mich, dass es sogar weitere Vorschläge für Gebiete gab, die sich nach innen verdichten lassen. Leute vor Ort haben da mitgedacht. Wir haben nun noch Gebiete in Niederscherli und Niederwangen aufgenommen.

Welche Kritik hat Sie am meisten erstaunt? Dass so viele Leute finden, wir halten die Motion nicht ein, die uns vorschreibt, nicht mehr Bauland einzuzonen. Das haben wir so nicht erwartet. Da müssen wir nochmals über die Bücher und schauen, dass sich unsere Vorgehensweise verständlich kommunizieren lässt. Wir wollen und müssen diesen politischen Vorstoss einhalten, das ist uns ein grosses Anliegen.

Was ist Ihr grösstes Anliegen für die Entwicklung von Köniz? Dass Köniz die Lebensqualität erhalten kann, die viele schätzen. Dass wir weiterhin spazieren können nach Liebewil, Herzwil, an die Aare – zu unseren wunderschönen Erholungsräumen. Dafür darf es im städtischen Raum ruhig etwas urbaner werden.

Berner Zeitung

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