Das Vermächtnis der Gnomen

Schwarzenburg

Aus dem Verein Gnomengarten ist der Kunstverein Schwarzenburg entstanden. Er will den Bezug zu «qualitativ hochstehender» Kunst vermitteln und organisiert nun eine erste Ausstellung. 

Maria Messerli und Laurenz Suter im Hof des Schlosses Schwarzenburg. Hinten: Skulpturen von Anna Schmid.

Maria Messerli und Laurenz Suter im Hof des Schlosses Schwarzenburg. Hinten: Skulpturen von Anna Schmid.

(Bild: Christian Pfander)

Der neu gegründete Kunstverein Schwarzenburg ist eigentlich gar nichts Neues. Denn, so sagt Vorstandsmitglied Maria Messerli: «Wir haben eine Tradition wieder aufgenommen. Kunstausstellungen mit namhaften Künstlern gab es in Schwarzenburg bereits in den Siebziger- und Achtzigerjahren.»

Und nachdem der Gnomengarten aus dem Dorf verschwunden und der dazugehörige Verein hinfällig war, entstand die Idee, einen Kunstverein zu gründen. Braucht es den in einem heute noch vorwiegend bäuerlich und dörflich geprägten Dorf wie Schwarzenburg wirklich? «Auf jeden Fall. Schwarzenburg lebt, und das Interesse an Kunst und Kultur ist stark verbreitet», erklärt Laurenz Suter, Präsident des Kunstvereins. 

Zwar organisiere der Schlossverein bereits Kulturanlässe und Ausstellungen, wolle aber keine zusätzlichen Aufgaben übernehmen. «Mit Freiwilligen kommt man bald einmal an die Grenze mit den Kapazitäten», sagt Suter. So habe man entschieden, den Kunstverein zu gründen, um Ausstellungen zu organisieren.

Bereits wirken im neuen Verein um die 15 Personen aktiv mit, und wie Maria Messerli sagt, gehören zusätzlich etwa 150 Spender, Mitglieder und Zugewandte dazu. Mit Mitgliederbeiträgen von 30 Franken für Private und 100 für Institutionen kommt doch einiges an Geld zusammen. 

Nein sagen können

Gemäss Statuten will der Verein auf «qualitativ gute Kunst» setzen. Suter erklärt, was darunter zu verstehen ist: «Wir wollen auf Werke von Künstlern setzen, die vertieft künstlerisch arbeiten und nicht nur als Hobby.» Obschon, räumt er ein, auch Hobbykünstler durchaus vertieft schaffen könnten.

Aber eine Auslese bedeute natürlich auch, dass man Nein sagen könne, wenn sich Kunstschaffende melden, die nicht ins Konzept des Vereins passen. «Natürlich ist das nicht einfach. Man will ja niemanden verletzen. Aber wir haben jetzt angefangen und wollen schauen, wie es läuft», sagt Maria Messerli und betont, dass am ersten Ausstellungswochenende über 100 Besucher gekommen seien und einige etwas gekauft hätten.

Für den Vorstand ist das eine erste Bestätigung, dass man nicht ganz falsch liege mit den Bildern von Barbara Bandi und den Holzskulpturen von Anna Schmid. Bandi wohnt in Bern, Schmid in Spiez – das ist kein Problem, will sich der Verein doch nicht ausschliesslich auf Kunstschaffende der Region beschränken. 

Noch viele Ideen

Die Mitglieder des Kunstvereins arbeiten ehrenamtlich. Trotzdem geht es auch um Geld. Denn ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf von Kunstwerken geht an den Verein. Dieser muss ja auch Kosten übernehmen wie Miete, Versicherungen und Werbung. Deshalb braucht es nebst Mitgliederbeiträgen und dem Zustupf der Gemeinde Schwarzenburg noch zusätzliche Finanzspritzen.

Messerli und Suter sind aber zuversichtlich. «Wir sind auf dem Weg und haben noch viele Ideen», sagt Maria Messerli. Der Kunstverein sei ja noch jung und stehe erst am Anfang. Dazu Laurenz Suter: «Wir sammeln Erfahrungen und möchten dabei offen bleiben.» 

Kunstverein Schwarzenburg: Ausstellung im Schloss von Freitag, 9., bis Sonntag, 11. November. Mehr: kunstverein-schwarzenburg.ch

Berner Zeitung

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