Das Gezerre um die Schulhäuser geht weiter

Wie weiter mit den beiden Schulhäusern in Thörishaus? Dass die Eigentumsrechte mit Neuenegg noch immer nicht geklärt sind, macht Köniz ungeduldig.

Zankapfel: Das alte Schulhaus in Thörishaus.

Zankapfel: Das alte Schulhaus in Thörishaus.

(Bild: Enrique Muñoz García)

Stephan Künzi

Wie steht es um die beiden Schulhäuser in Thörishaus? Oder müsste man zugespitzt sogar die Frage stellen: Wie lange hat Köniz noch Geduld?

Genau ein Jahr ist vergangen, da schien es, als ob endlich Bewegung in das Geschäft kommen würde. Seit Jahren diskutieren Köniz und Neuenegg darüber, wie die Eigentumsrechte am alten Schulhaus und an der Schulanlage Stucki verbindlich geregelt werden könnten. Zumindest für Köniz ist die Sache klar: In der Bauzeit des alten Schlhauses vor über 100 Jahren machte man ab, dass die beiden Gemeinden an den Schulliegenschaften im geteilten Dorf je zur Hälfte beteiligt sind. Das gilt für den Unterhalt genauso wie für das Eigentum selber – dumm nur, dass der Könizer Anteil im Grundbuch nie eingetragen worden ist. Vom Buchstaben her ist die Gemeinde Neuenegg damit nach wie vor die alleinige Besitzern.

Köniz arbeitet deshalb schon länger auf einen solchen Eintrag hin, und im Frühling 2018 sah es tatsächlich aus, als ob die Lösung gefunden wäre. Für seine Gemeinde sei der Vertrag so weit bereinigt, dass er unterzeichnet werden könnte, verkündete der Könizer Gemeinderat Christian Burren (SVP) vor dem Ortsverein Thörishaus – doch weit gefehlt. Abrupt trat René Wanner (SVP) als Gemeindepräsident von Neuenegg auf die Bremse und hielt entgegen: In der vorliegenden Form könne er den Vertrag so nicht abschliessen. Die Gründe dafür mochte er in der Öffentlichkeit nicht nennen.

Und heute, da der Ortsverein erneut getagt hat? An der Versammlung selber versuchte Gemeinderat Markus Heller (SVP) auf Neuenegger Seite die Wogen zu glätten. Die beiden Gemeinden lebten in der Schule eine gute Partnerschaft, hielt er generell fest, um dann zum Vertrag selber doch noch zu sagen: Neuenegg habe sich in den letzten Monaten mit dem Thema ernsthaft auseinandergesetzt und werde bis Ende Monat aktiv auf Köniz zugehen.

Heller strich dies mit Bedacht so hervor, denn mittlerweile ist die Unruhe in Köniz gross. Wo immer man sich in der dortigen Verwaltung umhört, heisst es, man habe seit einem Jahr in dieser Sache nichts mehr aus Neuenegg gehört. Und man mache sich ernsthaft Gedanken über nächste Schritte – ob diese bis zum definitiven Bruch und damit zum Ausstieg der Gemeinde Köniz aus der gemeinsamen Schule gehen könnten, bleibt dabei offen.

Berner Zeitung

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