Das Ende der alten KVA-Kamine

Bern

Lange war unklar, ob die Kamine der alten KVA am Warmbächliweg in die neue Siedlung einbezogen werden. Nun steht fest: Die Wahrzeichen des Quartiers haben in der geplanten Überbauung keinen Platz mehr.

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Das neue Quartier am Warmbächliweg soll den Charakter des alten behalten. So äusserte sich die Jury des Ideenwettbewerbs zur Wohnüberbauung, als sie am Montag das Siegerprojekt «Strawberry Fields» vorstellte. Die Aussage mag zu einem grossen Teil zutreffen – in einem gar offensichtlichen Bereich stimmt sie aber nicht: In den Plänen der Architekten fehlen die markanten Kamine der alten Kehrichtverbrennungsanlage. Nach fast sechzig Betriebsjahren, in denen die drei Beton- und zwei Stahlröhren das Erscheinungsbild des Quartiers geprägt haben, müssen sie dem neuen Wohnviertel weichen.

«Eine Weiterverwendung der Kamine wäre möglich gewesen», sagt Alexandra Jäggi, Sprecherin der KVA-Betreiberin EWB. «Wegen der sehr schlechten Bausubstanz wären die Kosten eines langfristigen Erhalts aber deutlich höher gewesen als der Abbruch.» Energie Wasser Bern muss das Gelände vor dem Verkauf an die Stadt zurückbauen und von Altlasten befreien. Was der Juryentscheid für den Aufwand des Unternehmens bedeutet, lässt sich laut Sprecherin Jäggi nicht sagen. Schliesslich könne man die Rückbauarbeiten erst jetzt, nach der Entscheidung, vergeben. Klar ist nur: Während der Abbruch der Kamine zulasten von EWB geht, wäre der Erhalt kaum Aufgabe des Unternehmens gewesen.

Kamin war nicht chancenlos

Das Siegerprojekt hat die Jury unter anderem überzeugt, weil es Teile des KVA-Fundaments wiederverwendet. Preisrichterin Ute Schneider hatte die Lösung als «wirtschaftlich» gepriesen. Dem Erhalt der Türme hingegen kann die Jury nichts abgewinnen: Der Erhalt des Hochkamins sei «technisch-wirtschaftlich kaum möglich», schreibt sie in der Bewertung des Projekts «Collage City» der Berner Architektengemeinschaft Reinhardpartner AG. Die Lösung mit integriertem Hochkamin belegte bei der Bewertung den vierten Rang.

Laut Jurymitglied Fernand Raval seien Projekte mit Kamin denn auch nicht chancenlos gewesen: «Hätte uns ein solches Projekt vollends überzeugt, hätten wir selbstverständlich dieses ausgezeichnet.»

cze/BZ

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