DSDS sucht in Bern den neuen Superstar

Bern

Am Freitag war der Sender RTL in Bern auf der Suche nach dem neuen Superstar, nach dem nächsten Luca Hänni. Eine Glosse.

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Dominik Galliker@DominikGalliker

Zur Eröffnung der Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» suchte «Deutschland» in der Schweiz, genauer in Bern. Am Freitag waren die Kameramänner von RTL auf dem Waisenhausplatz, um den nächsten Luca Hänni zu finden. Und schon jetzt ist klar: Die Eröffnungssendung wird ein Knaller. Begeisterte Teenies werden bei RTL zu sehen sein, die «D-S-D-S» in die Kamera schreien, eine La-Ola-Welle machen und gemeinsam ums Weiterkommen bibbern. Und natürlich werden die weissen Zähne «unseres» Superstars Luca Hänni über die Bildschirme flimmern. Der Uetendorfer wird zum Beispiel zu sehen sein, wie er total cool durch einen Korridor von jungen Mädels spaziert, die «Luuuucaaa» schreien bis die Zahnspange klappert. Ein spontaner Freudenausbruch von einer geballten Ladung Östrogen.

Wie man richtig ausflippt

Die Wirklichkeit sah am Freitag ein klitzekleines Bisschen anders aus. Die Spontanität zum Beispiel war geplant. Ein Animator von DSDS hatte die Fans fein säuberlich in zwei Reihen aufgestellt. Er gab Instruktionen, wie man ordentlich ausflippt («reisst die Arme in die Höhe und kreischt»). Und die Kamera wurde beim Filmen schön tief gehalten, sonst hätten die Fernsehzuschauer ja noch merken können, dass es keine zweite Reihe begeisterter Fans gab.

Ein wenig spontane Show, der Rest war langweilig. Um 12 Uhr hätte es losgehen sollen, doch bis kurz vor 13 Uhr hatte noch kein einziger Kandidat gesungen. Dafür hatte Luca Hänni in sämtliche verfügbare Kameras gegrinst, inklusive Smartphones. Dann verschwand ein aufgeregter Teenie nach dem anderen im «Casting-Container», um zwei Minuten später jubelnd oder mit hängendem Kopf wieder rauszukommen. Um 15 Uhr warteten immer noch viele Kandidaten auf ihren Auftritt. Tränen wurden übrigens auf dem Waisenhausplatz keine vergossen – Dieter Bohlen war nicht da. Um von Bohlen vor laufender Kamera auf die Rübe zu kriegen, muss man also erst den Recall schaffen?

Kandidaten, die noch mal antraben dürfen, wurden nach dem Vorsingen von einem Kamerateam in Beschlag genommen. Ein junger Mann musste zum Beispiel in der Neuengasse auf- und abgehen, während der Kameramann um ihn herumtänzelte. Anschliessend musste der Kandidat Fragen beantworten und ein paar Takte vorsingen. Dafür kriegte er einen Kleber mit einer scheinbar zufälligen vierstelligen Nummer auf die Brust geklebt – warum auch immer. In Bern sangen jedenfalls nie und nimmer genügend Kandidaten, damit man sie hätte vierstellig nummerieren müssen. 200 höchstens.

Was ein Mädchen ausflippen lässt

Besonders herzergreifend war die Geschichte der ersten Kandidatin, die sich einschreiben durfte. Dass ausgerechnet sie von Luca Hänni ausgewählt wurde, machte sie offenbar extrem zappelig. Und dann noch ein Foto mit dem Superstar persönlich – der blanke Wahnsinn. Vorne am Anmeldepult tackelte das Mädchen nervös herum, umkreist von zwei Kameramännern. Sie drehte sich zu ihren Kolleginnen um, verzog das Gesicht als müsste sie weinen und legte die Hand vor den Mund, etwa so wie in Hollywoodfilmen bei einem Heiratsantrag. Die Kolleginnen kreischten im Chor und es wurde umarmt, bevor es zum Vorsingen ging.

Na dann noch viel Spass, liebes „Deutschland“, bei der Suche nach eurem Superstar.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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