Club-Betreiber geben sich Regeln

Bern

Die Kantonspolizei erhöht die Präsenz in der Ausgehmeile rund um die Aarbergergasse. Auch ein paar Restaurant- und Clubbetreiber übernehmen Verantwortung. Gemeinsam mit den Behörden haben sie ein Sicherheitskonzept erstellt.

Die Aarbergergasse in der Nacht: «Wir haben Anlass zur Sorge», sagt Sicherheitsdirektor Reto Nause.<p class='credit'>(Bild: Urs Baumann)</p>

Die Aarbergergasse in der Nacht: «Wir haben Anlass zur Sorge», sagt Sicherheitsdirektor Reto Nause.

(Bild: Urs Baumann)

Tobias Habegger@TobiasHabegger

In den letzten Jahren hat sich in der Stadt Bern rund um die Aarbergergasse eine Ausgehmeile entwickelt. Die Anzahl Gartenbeizen wurde «massiv erhöht» und die generellen Überzeitbewilligungen wurden «grosszügig an die Bar- und Clubbesitzer verteilt», um es in den Worten des Stadtberner Sicherheitsdirektors Reto Nause (CVP) zu sagen.

Die Kehrseite der Medaille sind Lärm, Abfall, Vandalismus und Schlägereien. «Seit einiger Zeit haben wir Anlass zur Sorge», sagte Reto Nause gestern vor den Medien. Die Exzesse im Ausgehverhalten hätten an den Wochenenden stark zugenommen.

Clubs werden aktiv

Deshalb wird die Kantonspolizei ihre Patrouillen in der Aarbergergasse ab September dieses Jahres erhöhen, wie Manuel Willi, Chef der Regionalpolizei Bern, an derselben Medienkonferenz betonte. Dies ist eine Folge des Gegenvorschlages zur FDP-Sicherheitsinitiative, die das Berner Stimmvolk im März 2010 angenommen hatte.

Die Medienkonferenz fand im Club Bonsoir an der Aarbergergasse statt. Das Bonsoir ist einer von sechs Clubs in der oberen Altstadt, die sich in einer Projektgruppe zusammengeschlossen haben. «Wir wollen, dass die Negativschlagzeilen über die Ausgehmeile zurückgehen», sagte Bonsoir-Betreiber Rolf Bähler. «Dazu brauchts ein paar aktive Clubbetreiber, die den anderen vorausgehen.» Diese Clubs sind neben dem Bonsoir die Propeller-Bar, die Turnhalle, die Taxi-Bar, die Räblus und der Liquid-Club.

Einheitliche Regeln

Gemeinsam mit den Stadtbehörden und dem Regierungsstatthalteramt haben die Verantwortlichen dieser sechs Betriebe ein Sicherheitskonzept erarbeitet. Das drei Seiten umfassende Papier stellt einheitliche Regeln für die verschiedenen privaten Sicherheitsdienste auf (siehe Kasten rechts). «Eine einheitliche Linie aller Securitydienste kann die Sicherheit in den Gassen erhöhen», sagte Polizeichef Manuel Willi.

Das Sicherheitskonzept richtet sich an die neunzehn Lokale, die eine Überzeitbewilligung besitzen. Regierungsstatthalter Christoph Lerch (SP) hofft, dass diese Lokale das Konzept freiwillig übernehmen. «Wer nicht freiwillig mitmacht, erhält rechtliches Gehör und danach allenfalls eine Verfügung mit verhältnismässigen Auflagen», betonte Lerch.

Im Herbst wollen die Behörden die Erfahrungen auswerten und das Sicherheitskonzept womöglich auf die restlichen Stadtteile ausdehnen.

Berner Zeitung

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